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Industrie schrumpft – Regionen unter Druck

Deutschlands Industrie verliert an Gewicht – und das könnte für viele Regionen zum Problem werden. Darauf weist ifo-Präsident Clemens Fuest hin. Anders als in anderen Ländern sei die industrielle Wertschöpfung hierzulande breit über das Land verteilt. Das mache den Rückgang besonders folgenreich.

Vor allem ländliche Regionen geraten demnach unter Druck. Viele mittelständische und familiengeführte Unternehmen seien dort verankert und sorgten für Beschäftigung, Investitionen und vergleichsweise hohe Einkommen. Wenn diese Basis schwinde, drohten wirtschaftliche Einbußen und strukturelle Rückschläge.

Fuest warnt zudem vor einem grundlegenden Risiko: Schrumpft die Industrie, ohne dass neue, produktive Branchen entstehen, gerät der Wohlstand insgesamt in Gefahr. Besonders betroffen seien Regionen, die stark von industrieller Wertschöpfung abhängig sind.

Als Grund für seine Einschätzung nennt der Ökonom die besondere Struktur der deutschen Wirtschaft. Während sich industrielle Aktivitäten in anderen Volkswirtschaften stärker auf urbane Zentren konzentrieren, sind sie in Deutschland vergleichsweise dezentral organisiert. Das habe lange zur Stabilität beigetragen, könne sich nun aber als Nachteil erweisen.

Neben wirtschaftlichen Folgen könnten sich auch politische Spannungen verschärfen, wenn ganze Regionen an Bedeutung verlieren.

Fuest fordert deshalb Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Dazu zählen ein Abbau von Bürokratie, eine günstigere Energieversorgung sowie Entlastungen bei Steuern und Abgaben. Ziel sei es, die industrielle Basis zu sichern und wachsende Unterschiede zwischen den Regionen zu begrenzen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des ifo Instituts; redaktionell bearbeitet.

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