Anzeige

Ingolstadt am Nerv getroffen – bei den Finanzen

Die Stadt Ingolstadt lädt heute am späten Vormittag sehr kurzfristig zum Kassensturz. Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) wird im Historischen Sitzungssaal den Pressevertretern die neuesten Zahlen zum städtischen Haushalt präsentieren. Laut Einladung geht es um „aktuelle Entwicklungen und Perspektiven“. Übersetzt heißt das: Die Lage ist ernst, und die seit Monaten laufenden Konsolidierungsmaßnahmen reichen wohl nicht aus – etwas, das von manchen Finanzexperten im Stadtrat bereits erwartet worden war.

Vom Überfluss zur Krise

Die finanzielle Belastung steigt, während die Einnahmen rapide sinken. In Ingolstadt, das sich gerne als Boomtown an der Donau präsentiert, ist das ein ungewohnter Klang. Bisher galt die Stadt als Ort, an dem Milch und Honig flossen – dank des Audi-Standorts, der Gewerbesteuern in Milliardenhöhe einspielte. Doch die Zeiten des Überflusses sind vorbei: Konjunktursorgen in der Autoindustrie, steigende Ausgaben und explodierende Baukosten lassen die Kassen knirschen.

Politischer Streit um den richtigen Kurs

Politisch wird die Debatte seit Monaten hitzig geführt. Vor allem die CSU und die FREIEN WÄHLER, allen voran die Stadträte Albert Wittmann und Hans Stachel, trommeln regelmäßig für mehr Haushaltsdisziplin. Ihr bisheriges Credo lautet: Ingolstadt hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Dem widersetzt sich die SPD-Fraktion. Ihr Vorsitzender Christian De Lapuente und Parteikollege Achim Werner sehen in pauschalen Kürzungen ein Risiko für die Zukunft. In einer Haushaltsdebatte wehrte sich die SPD gegen Einschnitte bei Bildung, Gesundheit, Kultur und Mobilität. Stattdessen forderte De Lapuente „gezielte Investitionen“ – alles andere schade der Stadt langfristig.

Blick auf mögliche Sparmaßnahmen

Wo konkret gespart werden soll, wird das Pressegespräch zeigen. Der größte Posten könnte beim Personal liegen. Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn dabei bestätigt würde, wovor CSU und FREIE WÄHLER seit Jahren warnen: das Ausgabenproblem der Stadt.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

Diesen Beitrag teilen
Anzeige