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Ingolstadt: Bürgerhaus drohen weitere Einschnitte

Täglich nutzen rund 500 Menschen das Bürgerhaus, mehr als 600 Ehrenamtliche tragen einen großen Teil des Angebots. Dennoch soll die Einrichtung einen weiteren Konsolidierungsbeitrag von 137.700 Euro im Jahr leisten. Die Verwaltung schlägt dafür vier Maßnahmen vor. Entschieden ist darüber noch nicht.

An diesem Mittwoch befasst sich zunächst der Ausschuss für Finanzen und Personal mit den Plänen. Eine Woche später soll der Stadtrat entscheiden. Der vollständige Prüfbericht, die Sitzungsvorlage und die Präsentation der Verwaltung sind im öffentlich zugänglichen Ratsinformationssystem einsehbar.

Die Untersuchung gehört zum Sparkurs der Stadt. Ingolstadt verfügt für 2026 über keinen genehmigten Haushalt; freiwillige Leistungen stehen deshalb besonders unter Druck. Beim Bürgerhaus wurden die Aufgaben, Kosten und Strukturen der beiden Standorte Alte Post und Neuburger Kasten erneut geprüft.

Dabei hat die Einrichtung bereits erheblich eingespart. Seit 2023 wurden Personalressourcen reduziert, Sachkosten gesenkt, Einnahmen erhöht und Abläufe verändert. Nach Angaben der Verwaltung summieren sich diese Maßnahmen auf rund 241.000 Euro pro Jahr.

Nun sollen höhere Einnahmen aus Raumvermietungen und gebührenpflichtigen Angeboten, geringere Sachausgaben und der Wegfall von Bundesfreiwilligendienststellen weitere 23.300 Euro bringen.

Deutlich stärker würden sich drei Personalkürzungen auswirken. Die Hausmeisterstelle soll um eine halbe Vollzeitstelle reduziert werden. Rechnerisch ließen sich damit 30.700 Euro sparen. Einschränkungen gäbe es bei Serviceleistungen, Raumorganisation und der Unterstützung von Veranstaltungen.

Auch im Seniorenbüro soll eine halbe Stelle entfallen. Einschließlich geringerer Sachkosten ergibt sich ein Sparpotenzial von rund 50.300 Euro. Die Beratung als erste Anlaufstelle sowie die Netzwerk- und Gremienarbeit würden eingestellt, Informations-, Begegnungs- und Bildungsangebote eingeschränkt. Der Pflegestützpunkt bliebe unverändert.

Weitere 33.400 Euro verspricht sich die Verwaltung von der Zusammenlegung der Bereiche Eltern und Kind und des Kinderportals kidnetting.de. Auch dort soll eine halbe Stelle wegfallen. Betroffen wären Familienangebote, Medienbildung und die Weiterentwicklung des Portals.

Das Bürgerhaus verzeichnet 427 Angebote, 167 regelmäßige Gruppen und rund 19.000 Nutzungsstunden im Jahr. 19 Beschäftigte teilen sich zehn Vollzeitstellen, drei davon werden über Förderprogramme finanziert. Hinzu kommen 638 Ehrenamtliche und 20 Übungsleiter.

Eine Schließung der Standorte schlägt die Verwaltung nicht vor. Die Einsparungen würden jedoch vor allem das Seniorenbüro, die Unterstützung von Veranstaltungen sowie Angebote für Familien und Kinder treffen.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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