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Die Boomtown an der Donau taumelt: Die finanzielle Schieflage der Stadt schreitet mit sieben Meilenstiefeln voran. Was am Morgen bereits Thema der Berichterstattung von O-T(h)öne war, hat sich am Mittag in einer Pressekonferenz der Stadt bestätigt: Ingolstadt steckt tiefer in den roten Zahlen, als bislang angenommen.
In einer Mitarbeiterinformation an die Beschäftigten räumte Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) ein: „Statt eines Defizits von rund 30 Millionen Euro sprechen wir inzwischen von 60 bis 80 Millionen Euro jährlich.“ Ein ausgeglichener Haushalt sei nach aktuellem Stand kaum noch machbar – doppelt so schlecht wie noch vor wenigen Monaten erwartet.
Ursachen und Maßnahmen
Die einst sprudelnde Gewerbesteuer, lange Ingolstadts Lebenselixier, ist im Zuge der Auto-Krise auf die Hälfte zusammengeschmolzen. Dazu kommen explodierende Baukosten, steigende Sozialausgaben und höhere Personalkosten. Kern spricht von einer „historisch einmaligen Situation“ für Ingolstadt.
Gespart wird nun überall – bei Projekten, Investitionen, Beteiligungen. Die bereits geltende Haushaltssperre wird verschärft, das zweite Konsolidierungspaket fortgeführt, neue Stabilisierungsmaßnahmen vorbereitet. Nur Entlassungen soll es nicht geben: Der Personalabbau läuft still über die natürliche Fluktuation. Löhne und Gehälter seien sicher, betriebsbedingte Kündigungen nicht vorgesehen.
Hilfe von oben
Die Regierung von Oberbayern ist informiert, mit ihr sollen die nächsten Schritte abgestimmt werden – inklusive dringend nötiger Kreditermächtigungen. Auch der Freistaat Bayern soll einspringen. Denn klar ist: Allein bekommt Ingolstadt die Lücke nicht mehr zu.
Kern appellierte an die Belegschaft: „Die kommenden Jahre werden Einschnitte bringen, die auch im Alltag spürbar sein werden. Aber unser Ziel bleibt: Ingolstadt langfristig als starke, lebenswerte und zukunftsfähige Stadt zu erhalten.“
Es ist also Wirklichkeit geworden, wovor die Stadträte Albert Wittmann (CSU) und Hans Stachel (FREIE WÄHLER) wie eine tibetanische Gebetsmühle in dieser Stadtratsperiode gewarnt haben: Die Ausgaben laufen davon – und nun redet die Rechtsaufsicht bei den Finanzen mit.
Quelle: Eigene Berichterstattung.
