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Ingolstadt: Kirchenaustritte auf Rekordstand - Kirchenvertreter nehmen Stellung

Ingolstadt: Kirchenaustritte auf Rekordstand - Kirchenvertreter nehmen Stellung

Von Thomas Thöne

Die Kirchenaustrittszahlen in Ingolstadt haben im Jahr 2019 einen neuen Höchststand erreicht. Waren es im Jahr 2005 noch 421 Menschen, die sich aus den Kirchen verabschiedet haben, stiegen die Kirchenaustrittszahlen im vergangenen Jahr auf 1.467 Personen an, teilte die Stadt Ingolstadt auf Anfrage von O-T(h)öne mit. Wie die Austrittszahlen sich auf die Konfessionen verteilen ist der Stadt nicht bekannt, da dies nicht erfasst wird.

Die Stabsstelle Medien und Öffentlichkeitsarbeit des Bischöflichen Ordinariats in Eichstätt teilte auf Nachfrage mit, dass die Kirchenaustrittszahlen für das Jahr 2019 erst im Sommer gemeinsam mit der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht werden. „Die Kirchenaustritte in den letzten 10 Jahren sind leider anhaltend hoch - auch wenn die Zahlen jährlich schwanken. Anders als die Kirchenaustritte haben sich die Zahlen im Bistum Eichstätt in anderen Bereichen positiv entwickelt, beispielsweise steigt die Zahl der katholischen Trauungen“, teilte die Pressestelle weiter mit.

„Weshalb Menschen aus der Kirche austreten, lässt sich pauschal nicht sagen, da spielen persönliche Erfahrungen eine große Rolle. Dennoch lässt sich feststellen, dass die Menschen wohl unzufrieden mit der Institution Kirche sind, was einhergeht mit der abnehmenden Bindung der Menschen zur Kirche. Vermuten lässt sich auch, dass Missbrauchs- und Finanzskandal eine Rolle bei der individuellen Entscheidung des Austritts spielen“, so der Generalvikar der Diözese Eichstätt, Pater Michael Huber. Das Bistum Eichstätt versuche, mit seiner sogenannten "Transparenzoffensive" die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten und verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen, um so unter anderem auch Gläubige von einem Kirchenaustritt abzuhalten, berichtet Generalvikar Huber. Nicht zuletzt das Bemühen um eine glaubwürdige, den Menschen zugewandte und ihnen dienende Seelsorge soll dazu beitragen, dass Katholikinnen und Katholiken die Mitgliedschaft in ihrer Kirche nicht vorschnell aufgegeben.

Der evangelische Dekan, Thomas Schwarz, aus Ingolstadt nahm in einem Audiointerview Stellung zur aktuellen Entwicklung.

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