Anzeige

Ingolstadt: Poller gegen Poser?

Wer abends mit dem Auto durch die Ingolstädter Kupferstraße fahren will, könnte künftig vor einem Poller stehen. Noch ist es nicht so weit. Doch der Bezirksausschuss I Mitte hat sich jüngst einstimmig für ein Bündel von Maßnahmen ausgesprochen, mit denen die Stadt gegen zu hohe Geschwindigkeiten und Poserverkehr vorgehen soll. Nun ist die Verwaltung am Zug.

Ausgangspunkt war ein Schreiben von Gastronomen und Gewerbetreibenden der Kupferstraße. Sie fordern niedrigere Geschwindigkeiten, wirksamere Kontrollen der bestehenden Regeln und ein Ende des nächtlichen Poserverkehrs. Dabei geht es um wiederkehrende Runden, aufheulende Motoren und provozierte Fehlzündungen.

Nach dem Willen des Bezirksausschusses soll die Kupferstraße als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20 ausgewiesen werden. Die Verwaltung soll dies prüfen und umsetzen. Auch bauliche Maßnahmen wie Bodenwellen kommen infrage. Zudem soll die Stadt vorbereiten, die kommunale Verkehrsüberwachung auf den fließenden Verkehr auszuweiten. Ob dafür eigenes Personal eingesetzt oder einem Zweckverband beigetreten wird, müsste der Stadtrat entscheiden.

Bevor weitere Schlüsse gezogen werden, sollen zunächst die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten erfasst werden. Gemessen werden soll ausdrücklich auch abends und nachts – und zunächst ohne sichtbare Anzeigetafel. Erst danach soll eine Tafel mit Rückmeldung an die Fahrer aufgestellt werden. Damit kann verglichen werden, ob die Anzeige allein das Fahrverhalten verändert oder weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Die Verwaltung soll außerdem offenlegen, wann, wo, von wem und wie lange in den vergangenen zwölf Monaten in der Kupfer- und Harderstraße kontrolliert wurde. Das schließt die bestehende Durchfahrtsbeschränkung ein. Bei der Polizei soll sich die Stadt für Schwerpunktkontrollen in beiden Straßen einsetzen. Dabei sollen auch unnötiger Lärm und technische Manipulationen an Fahrzeugen überprüft werden. Die Kontrollen sollen öffentlich angekündigt und begleitet werden.

Am weitesten reicht der Vorschlag für die Abendstunden. Im Rahmen des Mobilitätskonzepts soll geprüft werden, ob die Kupferstraße ab 20 Uhr dem Fußverkehr vorbehalten werden kann. Versenkbare Poller könnten die Zufahrten sichern. Berechtigte, darunter Anlieger-, Liefer-, Rettungs- und Entsorgungsverkehr, müssten weiterhin passieren können.

Als rechtliche Möglichkeiten werden eine Teileinziehung nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz und eine Anordnung nach der Straßenverkehrsordnung genannt. Sollte eine Kennzeichenerkennung eingesetzt werden, dürfte sie ausschließlich dazu dienen, Berechtigten die Zufahrt zu öffnen. Kennzeichen anderer Fahrzeuge dürften nicht gespeichert werden.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf den Unterlagen und dem einstimmigen Votum des Bezirksausschusses I Mitte; redaktionell bearbeitet.

Diesen Beitrag teilen