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Im Ingolstädter Ortsteil Haunwöhr stehen in der Nähe der Ottonenstraße Bäume und Sträucher, die dort erst 2025 neu gepflanzt wurden. Doch schon jetzt sind an Teilen der jungen Bepflanzung deutliche Schäden zu erkennen. Einige Sträucher könnten ganz ausfallen.
Anwohner hatten den Zustand der Pflanzen beobachtet und nach eigenen Angaben schließlich selbst versucht, Teile der Neupflanzung zu bewässern. Mehrere Hinweise erreichten auch das Nachrichtenportal O-T(h)öne. Die Sorge: Werden die jungen Gehölze während der anhaltenden Hitze und Trockenheit ausreichend durch die Stadt versorgt? Auf Nachfrage bestätigt das Presseamt zumindest einen Teil der Befürchtungen.
Einige Sträucher könnten verloren sein
Dem Gartenamt sei die Situation bekannt, erklärt Stadtsprecher Michael Klarner nach Rücksprache mit dem Amt. Bei einem der Bäume sei ein Kronenschaden festgestellt worden. Dieser „dürfte allerdings schon früher entstanden sein“. Die übrige Belaubung habe sich unauffällig gezeigt, sodass die Hoffnung bestehe, dass der Baum den Schaden im weiteren Wachstum ausgleichen könne.
Deutlicher betroffen sind einige Sträucher. Sie weisen nach Angaben Klarners „deutliche Schäden infolge Hitze und Trockenheit“ auf. Bei wenigen Pflanzen sei sogar „mit einem vollständigen Ausfall zu rechnen“. Wie viele Bäume und Sträucher insgesamt betroffen sind, nennt die Stadt derzeit nicht. Und noch ist nicht jede sichtbar geschädigte Pflanze zwangsläufig verloren. Manche könnten aus dem Wurzelstock erneut austreiben. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, werde sich deshalb erst im kommenden Frühjahr zuverlässig beurteilen lassen.
Dass die Pflanzen Probleme haben, war auch in der Nachbarschaft aufgefallen. Vor etwa einer Woche seien beim Gartenamt erste Hinweise aus der Anwohnerschaft eingegangen, erklärt Klarner. Daraufhin sei die Pflanzung erneut kontrolliert und zusätzlich bewässert worden.
Inzwischen habe das Gartenamt die Neupflanzung mehrfach überprüft, zuletzt am gestrigen Donnerstag. Dabei zeigten sich unterschiedliche Schadbilder: vom vorzeitigen Laubfall bis zum Ausfall einzelner Sträucher. Nicht jede sichtbar geschädigte Pflanze müsse jedoch verloren sein. Der vorzeitige Laubfall könne eine natürliche Schutzreaktion sein, viele Gehölze könnten sich im kommenden Jahr wieder erholen.
Stadt verdoppelt bis verdreifacht die Gießkapazitäten
Die Probleme in Haunwöhr fallen in eine Zeit, in der das Gartenamt wegen Hitze die Bewässerung im gesamten Stadtgebiet deutlich ausgeweitet hat. Normalerweise arbeitet das Amt mit festgelegten Gießrouten, bei denen frisch gepflanzte Gehölze besondere Priorität haben. Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit seien die Gießkapazitäten inzwischen auf das Zwei- bis Dreifache des regulären Umfangs erhöht worden. Auch Intervalle und Wassermengen seien angepasst worden.
Seit wann genau diese Ausweitung gilt, teilt die Stadt nicht mit. Klar ist jedoch: Nach den Hinweisen aus der Nachbarschaft wurde die Pflanzung in Haunwöhr noch einmal kontrolliert und zusätzlich bewässert. Dass dennoch Schäden auftreten können, führt das Gartenamt auf die außergewöhnlichen Bedingungen zurück. Gerade junge Gehölze verfügten noch nicht über ein voll ausgebildetes Wurzelwerk und könnten deshalb mitunter nicht so viel Wasser aufnehmen, wie sie benötigten. Selbst intensive Bewässerung könne Schäden bei großer Hitze und Trockenheit daher nicht immer verhindern. Hinzu komme die starke Sonneneinstrahlung, die ebenfalls Blattschäden verursachen könne. Die Folgen der Trockenheit zeigten sich nach Angaben der Stadt derzeit nicht nur beim städtischen Grün, sondern auch in der Landwirtschaft und an Gewässern.
Wie teuer es wird, zeigt sich erst im Frühjahr
Ob Pflanzen ersetzt werden müssen und welche zusätzlichen Kosten dadurch entstehen, kann die Stadt noch nicht sagen. Erst nach dem Austrieb im kommenden Frühjahr soll klar sein, welche Gehölze sich erholt haben und welche endgültig verloren sind.
Bis dahin setzt das Gartenamt auch auf Hilfe aus der Bevölkerung. Es danke allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich um das Grün der Stadt sorgten und beim Gießen unterstützten. „Jeder Liter zählt“, heißt es in der Stellungnahme. Das Amt wirbt für Baumpatenschaften, freue sich aber ebenso über jeden, der einem Baum oder anderem Grün vor dem eigenen Haus einfach eine Gießkanne Wasser zukommen lasse. In der Nähe der Ottonenstraße haben Anwohner damit nach den vorliegenden Hinweisen bereits begonnen. Ob ihre Hilfe für alle betroffenen Pflanzen noch rechtzeitig kam, wird sich erst im kommenden Frühjahr zeigen.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.