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Ingolstädter Fußgängerzone wird erneut teurer

Die Neugestaltung der Ingolstädter Fußgängerzone wird erneut teurer. Morgen befasst sich der Ausschuss für Finanzen, Liegenschaften, Wirtschaft und Arbeit erstmals mit einer Vorlage, die das Projekt auf insgesamt 7,525 Millionen Euro anhebt. Für die Stadt fällt der Mehrbetrag allerdings geringer aus als zunächst angenommen.

Nachträge und Verzögerungen

Die Verwaltung begründet die erneute Erhöhung mit umfangreichen Nachträgen der ausführenden Firma. Sie waren im zweiten Halbjahr 2025 sichtbar geworden und stehen nach interner Prüfung vor allem im Zusammenhang mit der verlängerten Bauzeit. Längere Spartenarbeiten, aufwändige Abstimmungen mit einer neuen Baufirma und Probleme bei der Materialbeschaffung hatten die Ausführung verzögert.

Von den eingereichten Forderungen von rund 1,5 Millionen Euro will die Stadt einen großen Teil zurückweisen. Nach der internen Vorprüfung verbleibt ein nachtragspflichtiger Betrag von gut 620.000 Euro. Hinzu kommen höhere Honorare für Planer und Gutachter.

Der dritte Bauabschnitt als Kostentreiber

Der dritte Bauabschnitt in der Ludwigstraße, rund 42 Prozent der Gesamtfläche, wurde im Herbst 2025 abgeschlossen. Das Blindenleitsystem wird 2026 eingefräst, weitere Sitzgelegenheiten und Pflanzenkübel folgen. Die Planung bleibt unverändert; die Mehrkosten entstehen ausschließlich aus der Abwicklung.

Insgesamt steigt der Kostenrahmen von 6,725 auf 7,525 Millionen Euro. Die Prognose aus dem Projektcontrolling des zweiten Quartals, die bereits von 7,2 Millionen Euro ausging, erweist sich damit als zu niedrig.

Entlastung durch Ausgleichszahlungen

Trotz der höheren Ausgaben fällt die tatsächliche Belastung für den städtischen Haushalt moderat aus. Hintergrund sind Ausgleichszahlungen des Freistaats für die weggefallenen Straßenausbaubeiträge. Sie decken den größten Teil der zusätzlichen Kosten ab.

Von den 800.000 Euro Mehrkosten reduzieren die Zahlungen den städtischen Anteil voraussichtlich auf etwa 100.000 Euro. Die Verwaltung rechnet mit zusätzlichen Einnahmen aus diesem Fördertopf, die im Haushaltsplan 2026 nach oben korrigiert werden müssen.

Langes Projekt, viele Entscheidungen

Die Neugestaltung der Fußgängerzone begleitet die Stadtpolitik seit Jahren. Erste Beschlüsse stammen aus 2016 und 2017, spätere Anpassungen betreffen unter anderem die Bauweise des Belags und ein mögliches Wasserspiel am Schliffelmarkt, dessen Zukunft erneut geprüft werden soll.

Mit dem Abschluss des dritten Bauabschnitts nähert sich das Projekt seinem Ende. Gleichwohl weist die Kämmerei darauf hin, dass für das Jahr 2026 bislang keine gesicherte Finanzierung vorliegt – trotz Einstufung als „unabweisbare Maßnahme“.

Der Ausschuss berät morgen über die ergänzende Projektgenehmigung. Die Entscheidung soll am 18. Dezember im Stadtrat fallen. Die Sitzungsvorlage ist unter https://www4.ingolstadt.de/sessionnet/getfile.php?id=243589&type=do öffentlich einsehbar.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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