Werden Sie Unterstützer:in von O-T(h)öne
Machen Sie mit bei „Die Berichterstattung von O-T(h)öne ist mir etwas wert“. Ihre Mithilfe trägt dazu bei, dieses Angebot fortzuführen.


Die bayerische Wirtschaft warnt vor Einschnitten bei der Sprachförderung für Geflüchtete. Ein Wegfall von Integrationskursen für bestimmte Gruppen würde aus ihrer Sicht den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren.
Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) und der Bayerische Handwerkstag (BHT) sprechen sich in der aktuellen Debatte gegen ein generelles Ende der staatlichen Kursfinanzierung für viele Flüchtlingsgruppen aus. Ein solcher Schritt verschlechtere die Beschäftigungsperspektiven der Betroffenen und führe zu längeren Transferbezügen.
Kritisch sehen die Verbände insbesondere den Stopp der Integrationskurse für Ukrainer sowie für EU-Bürger mit Aufenthaltsrecht in Deutschland. Sprachkenntnisse seien eine zentrale Voraussetzung für Arbeit und eigenständige Existenzsicherung. Verzögerte Sprachförderung erschwere erfahrungsgemäß die Integration in Beschäftigung.
Nach Einschätzung des BIHK wären in Bayern jährlich mehr als 20.000 Menschen vom Ende der Integrationskurse betroffen. Unternehmen könnten vorhandene Qualifikationen – auch von Geflüchteten aus der Ukraine – dann schwerer nutzen.
Zugleich fordern die Wirtschaftsorganisationen strukturelle Änderungen. Asylverfahren müssten beschleunigt und Aufenthalte von Personen ohne dauerhafte Bleibeperspektive vermieden werden. Zudem verweisen sie auf die Möglichkeiten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, das Zuwanderern aus Nicht-EU-Staaten den legalen Aufenthalt für eine Ausbildung oder qualifizierte Tätigkeit erleichtert habe. Den Vorstoß des Bundesinnenministeriums, Asylbewerbern eine schnellere Arbeitsaufnahme zu ermöglichen, begrüßen BIHK und BHT.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der IHK; redaktionell bearbeitet.