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Jugend fordert Kurswechsel im Stadtrat

Der Stadtjugendring Ingolstadt erhöht den Druck auf die lokale Politik. Mit einem einstimmig verabschiedeten Forderungspaket zur Kommunalwahl 2026 fordert er den Stadtrat auf, die Belange junger Menschen stärker in den Mittelpunkt kommunaler Entscheidungen zu rücken. Die Delegierten der Herbstvollversammlung, 45 Vertreter aus 23 Jugendverbänden, zeichnen ein klares Bild: Eine Stadt, die sich fast ausschließlich über wirtschaftliche Ziele definiert, verliere den Blick für ihre eigene Zukunft.

Im Zentrum der Kritik steht das Leitbild „Ingolstadt – zukunftsstark 2030“. Es blende Jugend, Kultur, Sport und soziale Infrastruktur nahezu vollständig aus. Aus Sicht des Jugendrings fehlt damit ein zentraler Bestandteil kommunaler Entwicklung. Die Verbände verstehen ihre Ergänzung des Leitbilds nicht als Gegenentwurf, sondern als Korrektur – mit dem Hinweis, dass eine Stadt ohne gesellschaftliche Vitalität nicht zukunftsfähig sei.

Die kommunalen Forderungen konzentrieren sich auf fünf Bereiche. Öffentliche Räume wie Sportflächen und Treffpunkte sollen erhalten und modernisiert werden. Beteiligung junger Menschen brauche feste Strukturen, darunter Jugendbeauftragte in allen Bezirksausschüssen und eine Fachstelle in der Verwaltung. Der Kulturbereich dürfe in Haushaltskrisen nicht zum Sparposten werden. Jugendverbände, die Engagement und Verantwortung fördern, benötigten verlässliche Zuschüsse. Und Ferienprogramme sollten räumlich unabhängig von Schulen stattfinden, um tatsächliche Erholungsräume zu schaffen.

Parallel dazu legten die Jugendringe der Region 10 einen gemeinsamen Katalog mit 18 Forderungen vor. Er reicht von einem besser vernetzten Nahverkehr über ein flächendeckendes Nacht-Rufbus-Angebot bis hin zu kostenfreiem ÖPNV für Juleica-Inhaber. Themen wie barrierefreie Jugendeinrichtungen, bezahlbarer und energieeffizienter Wohnraum sowie erweiterte Medien- und Demokratieförderung gehören ebenfalls dazu. Standardisierte Zuschussrichtlinien sollen regionale Projekte erleichtern, eine regelmäßige Jugendhilfeplanung die tatsächlichen Bedarfe präziser abbilden. Langfristig setzen sich die Jugendringe für das Wahlrecht ab 16 Jahren ein.

Die Positionen sind deutlich formuliert. Die Jugendringe verstehen ihre Forderungen als Einladung zur Diskussion – und als Hinweis darauf, dass Teilhabe, kulturelle Vielfalt und soziale Infrastruktur kein Beiwerk, sondern Grundvoraussetzungen städtischer Entwicklung sind. Im Februar will der Jugendring die Debatte mit allen Fraktionen im Stadtrat öffentlich fortführen.

Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung des Stadtjugendrings Ingolstadt.

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