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Jung, leistungsbereit, solidarisch

Junge Menschen in Deutschland stehen hinter der Sozialen Marktwirtschaft. Für sie schließen sich Leistungsprinzip und sozialer Ausgleich nicht aus. Das geht aus einer aktuellen Befragung der Bertelsmann Stiftung unter 16- bis 25-Jährigen hervor.

Nahezu alle Befragten sind überzeugt, dass sich Arbeit lohnen muss. Eine große Mehrheit findet zudem, dass Menschen mit hoher beruflicher Leistung mehr verdienen sollten als andere. Gleichzeitig ist die Zustimmung zum Sozialstaat hoch: Unterstützung für Personen, die Kinder betreuen oder Angehörige pflegen, wird ebenso klar befürwortet wie gleiche Startchancen und eine gesicherte Grundversorgung für einkommensarme Menschen. Das Leitbild ist eine Wirtschaft, die Leistung honoriert und zugleich soziale Absicherung gewährleistet.

Deutlich wird auch ein starkes Interesse an wirtschaftlichen Themen. Die meisten jungen Menschen wünschen sich, dass Wirtschaft in der Schule mehr Raum bekommt. Auch im Berufsleben und im öffentlichen Bereich sehen viele Nachholbedarf bei verständlichen Angeboten. Bereits frühere Erhebungen der Stiftung zeigen, dass besonders Jugendliche aus einkommensschwachen Familien einen hohen Bedarf an finanzieller Bildung haben.

Der Blick auf die eigene Zukunft fällt gemischt aus. Eine knappe Mehrheit erwartet bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als die Elterngeneration. An einen höheren Wohlstand glauben dagegen nur wenige. Die wirtschaftlichen, digitalen und ökologischen Umbrüche prägen offenbar die Erwartungen.

Bei staatlichen Investitionen setzen junge Menschen klare Prioritäten. Besonders wichtig sind ihnen zusätzliche Ausgaben für Bildung, das Gesundheits- und Pflegesystem sowie die Verkehrsinfrastruktur. Themen wie Klimawandel und Verteidigung werden seltener genannt. Auffällig ist dabei, dass viele Befragte nicht nur die eigene Situation berücksichtigen, sondern auch die ihrer Eltern und Großeltern.

Trotz ihres Interesses an wirtschaftlichen und politischen Fragen fühlen sich viele junge Menschen kaum einbezogen. Drei Viertel glauben nicht, dass ihre Anliegen bei politischen Entscheidungen ausreichend berücksichtigt werden. Dieses Gefühl mangelnder Beteiligung deckt sich mit früheren Studien zum politischen Engagement junger Menschen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Bertelsmann Stiftung; redaktionell bearbeitet.

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