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Kammerspiele: „Jetzt ist mal der Norden dran“

Kammerspiele: „Jetzt ist mal der Norden dran“

Bei aller Dramatik: Das für die Stadtspitze verloren gegangene Bürgerbegehren Kammerspiele an der Schutterstrasse hat auch etwas Positives! Nun kann man Ingolstadt auch im Bereich der Kultur so denken, wie es von seinen Ausmaßen inzwischen auch ist: Nicht nur ein reiner Innenstadt-Standort.

Kulturreferent Gabriel Engert wird hinsichtlich eines möglichen Kammerspiel-Standorts Klenzepark mit den Worten zitiert, er sehe „die Kammerspiele dort immer noch nicht!“. Immer-noch-nicht!

Diese Aussage kommt für Beobachter des Projekts nicht überraschend. Denn nicht nur müsste eine neue Lagerhalle für das Armeemuseum gebaut werden. Auf wessen Kosten, Freistaat oder Stadt, ist unklar! In wessen Planungshoheit, Freistaat oder übertragen auf die Stadt, ist unklar. Wohin diese Halle dann kommen soll, ist unklar! Wem das neue Lagerhallen-Grundstück letztendlich gehören soll, ob es durch Freistaat oder Stadt erworben oder gepachtet werden kann und ob es überhaupt in einem Bebauungsplan liegt, unklar. Wie die Verlagerung des schweren Ausstellungsgeräts (Militär-Gerät) bewerkstelligt werden soll, unklar.

Sondern auch die Erfahrungen aus der ersten Planung - hoch, sich wenig in die filigrane Landschaft des Klenzeparks einpassend und mit langen Ski-Schanzen-ähnlichem Gründach zwischen den anderen Bauten wertet den Klenzepark und seine Bauten nicht wirklich auf.

Ganz abgesehen davon, waren die Freien Wähler im Jahr  2016 auch gegen diesen Standort im Klenzepark. Sogar der Sinn und Zweck des Gesamtprojekts wurde damals von Rednern im Stadtrat erheblich in Zweifel gezogen.

All das hatte vor Jahren den Bau im Klenzepark schon einmal zunichtegemacht. Und das macht Engert wohl auch heute noch derart vorsichtig, dass er den Standort ausschließt.

Auch die anderen potenziellen Standorte sind umstritten: Auf der Ost-Seite des Theaters haben die Stadtheimatpfleger schon einmal Bedenken angemeldet, wegen der Sichtachsen zum Schloss. Südlich des Theaters macht das Urheberrecht von Hardt-Waltherr Hämer Probleme und auf dem Hallenbad-Parkplatz bauen die Ingolstädter Kommunalbetriebe ihren Innenstadt-Stützpunkt.

Abermals bitte ich die Stadt daher, sich hinsichtlich des Standorts auch im Ingolstädter Nordwesten umzusehen. Ähnlich wie die Halle 9 oder beim Bauerngeräte-Museum, die beide teils weit im Süden liegen, könnte hier im Nord Westen ein Kultur-Standort entstehen und damit das ganze Areal zwischen Gaimersheim, Gerolfing, Friedrichshofen, Piusviertel und Innenstadt aufwerten. Es gibt hier unbebaute Grundstücke und sogar einen Grundstücksverkäufer. Die Verkehrserschließung ist bestens. Mit etwas Verhandlungsgeschick könnte man auch die Parkplätze am Westpark mitnutzen. Gleichzeitig hat der Ingolstädter Norden einen erheblichen Nachholbedarf an Infrastruktureinrichtungen. Es ist gar nicht einzusehen, warum alle Einrichtungen der Stadt entweder in der Mitte oder im Süden sind, der Norden aber angehängt ist. Jetzt ist mal der Norden dran.

Ein Bürgertheater am Pius-Park mit Aufführungen im Park wären ein weiterer großer Schritt für den Nord Westen und würden auch für die Stadt weitere Entwicklungsperspektiven bieten.

Manuel Depperschmidt, Vorsitzender des Bezirksausschusses Ingolstadt Nord West

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