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Kammerspielestreit: SPD-Stadtrat Werner zieht Vergleich zur antisemitischen Wochenzeitung "Der Stürmer"

Kammerspielestreit: SPD-Stadtrat Werner zieht Vergleich zur antisemitischen Wochenzeitung "Der Stürmer"

Von Thomas Thöne

Die sich seit Wochen verschärfende Diskussion zum Bau der Kammerspiele im sozialen Netzwerk Facebook eskalierte am Wochenende. Stadtrat Achim Werner (SPD), Befürworter des Neubaus der Kammerspiele an der Schutterstraße, zog auf seiner privaten Facebook-Seite einen Vergleich zwischen der Plakatkampagne der Initiatoren des Bürgerbegehrens "Keine Kammerspiele an der Schutterstraße" mit dem "Stürmer".

Die antisemitische Wochenzeitung "Der Stürmer", trug ab 1932 den Untertitel "Deutsches Wochenblatt zum Kampfe um die Wahrheit".  Das Hetzblatt diente der Vorbereitung und Begründung des Holocaust und erschien vom 20. April 1923 bis 2. Februar 1945 in Nürnberg. Gründer und Herausgeber war Julius Streicher, der NSDAP-Gauleiter von Franken. Die Veröffentlichung entwickelte sich seit 1933 zu einem NS-Massenblatt. "Ziel und Inhalt der Zeitung war die Diffamierung der Juden in Hetzartikeln, sinnentstellenden Montagen und insbesondere in den antisemitischen Karikaturen", ist in einer Publikation der Bayerischen Staatsbibliothek nachzulesen. Der Internationale Militärgerichtshof verurteilte in den "Nürnberger Prozessen" Julius Streicher, der auch während des Prozesses seinen Antisemitismus zur Schau trug, wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" zum Tode, Hauptvorwurf war die Herausgabe des "Stürmer".


Ein anderer Befürworter des Neubaus der Kammerspiele setze die Plakate  "Keine Kammerspiele an der Schutterstraße" Paul Joseph Goebbels, NSDAP-Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump gleich. Den Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Ingolstädter Stadtrat, Hans Stachel, bezeichnete dieser Facebooknutzer sogar als "Oberchef dieser SA".

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