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Kammerspielestreit: Inakzeptable Vergleiche mit der NS-Zeit

Kammerspielestreit: Inakzeptable Vergleiche mit der NS-Zeit

Von Thomas Thöne

Auf Nachfrage von O-T(h)öne äußerten sich der Fraktionsvorsitzende der CSU im Ingolstädter Stadtrat, Landtagsabgeordneter Alfred Grob und der CSU-Kreisvorsitzende Stefan Huber zu den Ausführungen von SPD-Stadtrat Achim Werner, der auf seiner privaten Facebook-Seite einen Vergleich zwischen der Plakatkampagne der Initiatoren des Bürgerbegehrens "Keine Kammerspiele an der Schutterstraße" der Nazi-Publikation "Der Stürmer" zog, ferner zu dem Facebook-Posting, welches den Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Ingolstädter Stadt als "Oberchef dieser SA" bezeichnete.

"Man kann zur Fragestellung bei den Kammerspielen stehen, wie man will. Sowohl die Befürworter wie auch die Skeptiker haben redliche Absichten und valide Argumente, die es gegeneinander abzuwägen gilt", so Grob und Huber übereinstimmend.

“Ich persönlich bin ganz klar für die Kammerspiele, und kann dies gerne überzeugt begründen. Hans Stachel ist gegen den geplanten Standort. Das ändert aber nichts daran, dass wir seit 2020 hervorragend mit Hans Stachel zusammenarbeiten und wir bei anderen Themen unverändert an einem Strang ziehen“, führt Alfred Grob an.

Vom Stil der kritisierten Plakate der Kammerspiele-Gegner sind wir auch nicht begeistert, so Huber und Grob. "Aber dass es im Vorfeld der Abstimmungen nun auch mal zu überspitzten Argumentationen kommt, ist doch ganz normal. Hier sollten wir nicht so empfindlich sein", sind beide überzeugt.

"Was hierbei aber absolut inakzeptabel ist, sind Vergleiche mit der NS-Zeit oder "dunklen Zeiten", wie sie Achim Werner und Manfred Schuhmann ziehen", sind sich die Ingolstädter CSU-Spitzen einig.

"Die geistigen Totalausfälle" von einem Facebooknutzer möchten beide gar nicht kommentieren. "Aber gerade von einem Historiker wie Manfred Schuhmann hätten wir uns hier mehr Fingerspitzengefühl erwartet. Vielleicht sollte auch Achim Werner mal wieder ein Geschichtsbuch zur Hand nehmen und nachlesen, was der "Stürmer" alles geschrieben hat". Werner solle sich einmal kurz vorstellen, er wäre auf einer Veranstaltung mit Hinterbliebenen von NS-Opfern. "Wir glauben nicht, dass er diesen Menschen gegenüber das Statement, die Kampagne zum Bürgerentscheid stünde auf einer Stufe mit der menschenverachtenden Hetze der Nazis, wiederholen würde", sind die CSU-Mitglieder überzeugt. "Vielleicht findet er ja die Stärke, für diese Entgleisung um Verzeihung zu bitten".

Auf die Fragestellung, ob Werners Äußerungen politische Konsequenzen haben müssen, wie in Facebookpostigs gefordert, äußern sich Grob und Huber diplomatisch: "Ob es nach diesen Äußerungen zu Konsequenzen kommen soll, obliegt nicht unserer Entscheidung. Das muss die SPD gemeinsam mit Oberbürgermeister Scharpf unter sich ausmachen".

Wichtig ist, dass wir alle gemeinsam wieder einen Weg der sachlichen Auseinandersetzung einschlagen, sind die beiden Ingolstädter CSU-Spitzenpolitiker überzeugt. "Wir haben als Stadträte den Auftrag, die Bevölkerung zum Wohle aller zu vertreten. Hierbei geben wir im Moment kein gutes Bild ab".

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