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Kann Robotik Ingolstadt retten?

Die Krise der Autoindustrie trifft Ingolstadt dort, wo sie der Stadt besonders weh tut: bei der Gewerbesteuer. Die Einnahmen schrumpfen, der Haushalt für 2026 ist nicht genehmigt, die Regierung von Oberbayern macht als Rechtsaufsicht strenge Vorgaben für Ausgaben. In diese Lage hinein schlägt die CSU-Stadtratsfraktion ein Technologie-Transferzentrum für humanoide Robotik und Künstliche Intelligenz vor.

Der Antrag klingt nach Zukunftsmusik, ist aber vor allem ein Standortsignal. Wissenschaft, Unternehmen und Start-ups sollen an einem Ort zusammenarbeiten, neue Anwendungen aus Robotik, KI und Automatisierung entwickeln und schneller in die industrielle Praxis bringen. Besonders kleine und mittlere Betriebe sollen Zugang zu Technik und Wissen erhalten, die sie allein oft nicht finanzieren könnten.

Für Ingolstadt ist das Thema naheliegend und heikel zugleich. Die Stadt verdankt ihren Wohlstand seit Jahrzehnten der Industrie, vor allem dem Auto. Nun zeigt sich, wie abhängig auch die kommunalen Finanzen von dieser Stärke sind. Wenn Einnahmen wegbrechen und jede neue Ausgabe begründet werden muss, wird aus einem Innovationsprojekt eine politische Grundsatzfrage: sparen, abwarten – oder investieren, gerade weil der alte Wachstumspfad unsicherer geworden ist?

Die CSU argumentiert mit Letzterem. Das Zentrum soll bestehende Arbeitsplätze sichern, neue Unternehmen anziehen und Wertschöpfung in der Region halten. Nach den Vorstellungen der Fraktion soll die Stadt den Aufbau fünf Jahre lang mit jeweils 500.000 Euro unterstützen. Insgesamt wären das 2,5 Millionen Euro Anschubfinanzierung.

Allein tragen soll Ingolstadt das Vorhaben nicht. Geplant ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Genannt werden die Technische Hochschule Ingolstadt, die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Audi, die städtische Wirtschaftsförderung IFG, das AININ sowie weitere Industriepartner. Sie sollen Personal, Forschungsinfrastruktur, Fachwissen und eigene Finanzierungsanteile einbringen. Zusätzlich sollen Fördermittel des Freistaats, des Bundes und der Europäischen Union eingeworben werden.

Ob aus dem Antrag tatsächlich ein Zentrum wird, entscheiden nun die städtischen Gremien. Wenn es um die Finanzen geht, möglicherweise auch die Rechtsaufsichtsbehörde. Nach fünf Jahren soll das Projekt anhand festgelegter Kriterien bewertet werden.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der CSU-Stadtratsfraktion Ingolstadt; redaktionell bearbeitet.

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