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Kliniken: Feste Personalregeln notwendig

Die Debatte um die Krankenhausreform geht in die nächste Runde. Vor der geplanten Anpassung macht die Gewerkschaft ver.di Druck – und fordert verbindliche Personalstandards sowie klare Vorgaben für das Pflegebudget.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di unterstützt die Pläne, die Vergabe sogenannter Leistungsgruppen an die Einhaltung von Personalvorgaben zu knüpfen. „Die Qualität der Krankenversorgung hängt nicht nur von den Fallzahlen und der technischen Ausstattung ab, sondern auch und vor allem von einer angemessenen Personalausstattung“, erklärte Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Eine unzureichende Besetzung in der Pflege erhöhe nachweislich das Risiko von Komplikationen und Todesfällen. Als Beleg verweist ver.di auf eine Studie des Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Demnach sei in einer grenznahen Region zur Schweiz die Mortalität gestiegen, nachdem Pflegekräfte in größerer Zahl abgewandert waren.

Nach Angaben der Gewerkschaft werden selbst die bestehenden Pflegepersonaluntergrenzen regelmäßig unterschritten. Eine aktuelle Auswertung zeige, dass die Vorgaben in rund 15 Prozent der Schichten nicht eingehalten würden. Dabei handele es sich um Mindeststandards, die gefährliche Pflege verhindern sollen. Würden Leistungsgruppen nur noch bei Einhaltung dieser Untergrenzen vergeben, könne das den Druck auf Kliniken erhöhen, ausreichend Personal vorzuhalten.

Unterstützung signalisiert ver.di zudem für die geplante Klarstellung beim Pflegebudget. Pflegefremde Tätigkeiten dürften nicht über dieses Budget finanziert werden. Es dürfe nicht aus wirtschaftlichen Gründen dazu kommen, dass Pflegekräfte Aufgaben übernähmen, die nicht zu ihrem Berufsbild gehörten, so Bühler. Der fachfremde Einsatz verstärke Frustration und könne die Abwanderung aus dem Beruf weiter beschleunigen. Krankenhäuser müssten in allen Berufsgruppen bedarfsgerecht finanziert werden.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Gewerkschaft ver.di; redaktionell bearbeitet.

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