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Die CSU Ingolstadt sagt Nein zum PwC-Gutachten und Nein zur geplanten Klinikfusion. Was für die Christsozialen wie ein Befreiungsschlag klingt, hat Folgen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Besonders laut wird die Kritik aus dem Landkreis Kelheim – genauer: aus Mainburg.
Alarm für Mainburg
Die Kreistagsfraktion der FREIEN WÄHLER im Landkreis Kelheim spricht von einer „katastrophalen und unverantwortlichen Entscheidung der CSU Ingolstadt“. Fraktionssprecher Christian Nerb fordert den Kehlheimer Landrat Martin Neumeyer auf, „diesem durch die CSU verursachten Chaos sofort entgegenzuwirken“.
Denn für Mainburg sieht er dramatische Folgen: Rund 43.000 Menschen stünden nach dieser Politik „mit leeren Händen da und hätten vor Ort keine ausreichende medizinische Versorgung mehr“. Bereits jetzt gebe es in Mainburg nur noch die Innere Medizin. Chirurgie sei nach Pfaffenhofen verlagert, selbst kleine Eingriffe wie das Nähen einer Platzwunde könnten nicht mehr vor Ort erfolgen. Patienten würden nach Pfaffenhofen oder Freising verwiesen – und liefen Gefahr, dort wegen überlasteter Notaufnahmen ebenfalls abgewiesen zu werden.
Vertrag gebrochen?
Nerb erinnert an den Gesellschaftervertrag zwischen den Landkreisen Kelheim und Pfaffenhofen. Dort sei ausdrücklich festgelegt, dass Mainburg als Krankenhaus der Grundversorgung (Versorgungsstufe I) betrieben werden müsse. „Dieser vertraglich zugesicherte Zustand muss wiederhergestellt werden“, so Nerb.
Die Freien Wähler werfen CSU und Landrat Neumeyer vor, frühere Warnungen ignoriert zu haben. „Schon 2024 haben wir im Kreistag betont, wie gefährlich es ist, Mainburg scheibchenweise abzubauen, ohne zu wissen, ob es zur Fusion kommt“, erklärt Nerb. Nun sei genau das eingetreten: Die Fusion wohl gescheitert, der Rückbau fast vollzogen.
Nicht nur Kelheim meldet sich. Auch die Landräte der Region hatten in den vergangenen Tagen deutliche Worte gefunden. Neuburg-Schrobenhausens Landrat Peter von der Grün sprach von „torpedierten Bemühungen“. Pfaffenhofens Landrat Albert Gürtner nannte den CSU-Kurs „einen Rückschritt in die Vergangenheit“. Und Eichstätts Landrat Alexander Anetsberger sah im Ingolstädter Beschluss einen „Paukenschlag“ – mit fatalen Folgen für das mühsam erarbeitete Vertrauen.
Forderung: Reset-Knopf drücken
Für die FW in Kelheim ist klar: Der Landrat müsse jetzt „sofort auf Reset drücken“ und den Zustand der Klinik Mainburg wiederherstellen – mit Innerer Medizin, Chirurgie, Anästhesie, Herzkatheter und 24/7-Notfallversorgung. Nerb verweist erneut auf den Gesellschaftsvertrag: Dieser verpflichte die Ilmtalkliniken, die Versorgung im Einzugsbereich Mainburg sicherzustellen.
Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der FREIEN WÄHLER.
