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Klinikfusion – Landrat Gürtner: CSU schießt sich ins eigene Bein

Die Ingolstädter CSU hat wie berichtet beschlossen, die beabsichtigte Klinikfusion des Ingolstädter Klinikums und der landeseigenen Krankenhäuser in der Region nicht weiter zu verfolgen.

Auf Anfrage des Nachrichtenportals O-T(h)öne nahm der Pfaffenhofener Landrat Albert Gürtner Stellung. Für ihn bedeutet der CSU-Beschluss eindeutig: „Zurück in die Vergangenheit.“

Er betont, die Ingolstädter CSU torpediere damit die Entwicklung in der Region 10 zu einer sicheren und langfristig bezahlbaren Gesundheitsversorgung. Vertrauen, Verlässlichkeit und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit würden dabei in den Hintergrund gedrängt. Eigene Profilierung sei für die CSU wichtiger als eine zukunftsorientierte Politik. Ein bisher von der CSU mitgetragener und unterstützter Weg, der von allen Fachleuten und auch von der bayerischen Staatsregierung als beispielhaft angesehen werde, falle plötzlich einer provinziellen Kirchturmpolitik zum Opfer.

Nach Gürtners Worten werden sogar Selbstverständlichkeiten nun künstlich aufgeblasen. So etwa die Forderung nach einer 24/7-Notfallversorgung im größten Krankenhaus der Region und einer tragfähigen Lösung für die Dr.-Maul-Klinik. Diese Punkte seien nie infrage gestellt gewesen, würden aber von der CSU jetzt groß aufgehängt.

Besonders kritisch sieht der Landrat die Forderung der Ingolstädter CSU nach einer „deutlichen Reduzierung des Defizits des Ingolstädter Klinikums“. Damit, so Gürtner, schieße sich die CSU ins eigene Bein. Denn das könne nur funktionieren, wenn der gemeinsame Weg weitergegangen werde – oder wenn die Bundesregierung, an der die CSU ja maßgeblich beteiligt ist, endlich eine umfassende Finanzierung der Krankenhäuser durchsetze. Wenn Ingolstadt dagegen auf sich allein gestellt bleibe, werde die Stadt weiterhin hohe Defizite ausgleichen müssen.

Für Gürtner ist klar: Die langfristige Entwicklung Ingolstadts zu einem Maximalversorger sei ein langer und schwieriger Weg, der das Ziel aller sein solle. Aber das funktioniere nur gemeinsam mit den Landkreisen und mit einem fusionierten Krankenhaus. Ohne die Landkreise werde sich das Klinikum im Vergleich zu den anderen bayerischen Großstädten zu einem Provinzkrankenhaus entwickeln.

„Partnerschaft ist nicht, wenn es nur einen Gewinner und dafür drei Verlierer und Zulieferer gibt, sondern ein Geben und Nehmen, damit alle in der Summe Vorteile haben“, stellt der Landrat klar.

Er verweist darauf, dass die CSU eigentlich den Bürgerinnen und Bürgern in Zeiten vieler Unsicherheiten mit Beständigkeit und Sicherheit positive Signale senden wolle. Doch genau das Gegenteil sei nun gemacht worden. „Schade“, kommentiert Gürtner, und erinnert daran, dass selbst die bayerische Staatsregierung den eingeschlagenen Weg als beispielhaft unterstütze.

Seine Hoffnung setzt der Landrat jedoch auf den Stadtrat in Ingolstadt. Er wünsche sich, dass dieser – im Gegensatz zur CSU – weiter zukunftsorientiert und partnerschaftlich handele. Zugleich kündigt er Konsequenzen an: Wenn Ingolstadt tatsächlich wieder Provinz werden wolle, dann werde der Landkreis Pfaffenhofen neue Optionen ohne das Klinikum prüfen.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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