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Die CSU im Ingolstädter Stadtrat zieht die Schrauben an. Zwei Anträge sollen die Debatte ums Klinikum beschleunigen: Erstens ein schneller Ausbau der Notaufnahme, notfalls per Interimsbau und losgelöst von der Generalsanierung. Zweitens ein digitaler Datenraum, in dem die Stadtratsmitglieder vor der beantragten Sondersitzung des Plenums das 300-Seiten-Gutachten von PwC studieren können – volle Einsichtnahme.
Das Klinikum Ingolstadt ist als Schwerpunktkrankenhaus und zentraler Gesundheitsversorger für die Region von herausragender Bedeutung. Eine moderne und zukunftsfähige stationäre Notfallversorgung sei unverzichtbar, betont die CSU. Deshalb müsse man die Ausbaupläne zügig umsetzen, auch im Hinblick auf mögliche Interimsbauten. Das Projekt solle als eigenständige Maßnahme vorangebracht werden, damit die Versorgungssicherheit dauerhaft gewährleistet bleibe.
Aufsichtsrat Albert Wittmann fordert: „Jeder Ingolstädter soll zu jeder Zeit im Klinikum behandelt werden können.“ Die Notaufnahme sei dafür das Herzstück. Für ihn ist die Gesundheitsversorgung eine der wichtigsten Aufgaben für Ingolstadt und die Region. Man wolle das Klinikum zum starken Maximalversorger weiterentwickeln, die Notaufnahme ausbauen und auf eine breite, tragfähige Lösung bauen.
Klingt nach Fürsorge, liest sich aber auch wie eine politische Kampfansage – wer zögert, gefährdet die Versorgung.
Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll gibt sich nüchterner. Bei der Frage der regionalen Zusammenarbeit plädiert sie für eine „ergebnisoffene Prüfung“. Entscheidend sei, dass Wirtschaftlichkeit und Versorgung zusammenpassen. Ingolstadt müsse mit einem starken Klinikum eine zentrale Rolle spielen – und entsprechend seien die eigenen Einflussmöglichkeiten auszugestalten.
Die CSU stellt in diesem Zusammenhang klar: Sie stehe für eine Zusammenarbeit in der Region. Von Rauswürfen könne keine Rede sein – „niemandem wurde der Stuhl vor die Tür gestellt“, so die Fraktion, entgegen zahlreicher Presseberichte. Die Position sei ohnehin seit April 2024 bekannt, als ein entsprechender Antrag an den damaligen Oberbürgermeister Christian Scharpf (SPD) erging. Schon damals habe man den Kurs auf den Maximalversorger gesetzt. Und: Zweifel an einer gesellschaftsrechtlichen Fusion habe man seither immer wieder kommuniziert.
So wird aus der Notaufnahme ein Symbol. Für die CSU ist sie Prüfstein für Handlungsfähigkeit, für Kritiker womöglich ein weiterer Beleg dafür, dass die Christsozialen am liebsten alles unter eigener Regie steuern. Ob und wann die Abmeldungen des Klinikums bei der Integrierten Leitstelle endlich ein Ende finden, bleibt offen. Sicher ist nur: Der politische Puls in Ingolstadt schlägt derzeit schneller als der im Wartezimmer.
Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der CSU Stadtratsfraktion Ingolstadt.