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Für einen vollständigen Wegfall der Kinderchirurgie am Klinikum Ingolstadt zeichnet sich offenbar keine politische Mehrheit ab. Auf Nachfrage des Nachrichtenportals O-T(h)öne sprechen sich nun auch Hans Stachel (FW), Jakob Schäuble (FDP), Anton Böhm (SPD) und Eva Bulling-Schröter (Die Linke) dafür aus, die Kinderchirurgie am Standort Ingolstadt zu erhalten.
In einer Sondersitzung des Aufsichtsrats waren nach Informationen von O-T(h)öne mehrere Möglichkeiten für die Zukunft der Kinderchirurgie vorgestellt und diskutiert worden. Eine davon war, vollständig auf die Kinderchirurgie zu verzichten. Diskutiert wurde aber auch ihr Fortbestand in einer anderen organisatorischen Form – unter anderem ohne eigenen Chefarzt. Hintergrund der Überlegungen ist der bevorstehende Weggang von Klinikdirektor Micha Bahr.
Erhalt ja – eigener Chefarzt nicht zwingend
Hans Stachel macht deutlich, dass die Kinderchirurgie am Klinikum erhalten bleiben müsse. Davon trennt er die Frage, ob dafür weiterhin eine eigene Chefarztstelle notwendig ist. Das hält er nicht für zwingend.
Auch Jakob Schäuble vertritt die klare Auffassung, dass es am Klinikum Ingolstadt weiterhin eine Kinderchirurgie braucht.
Anton Böhm spricht sich ebenfalls für deren Fortbestand aus. Bei der organisatorischen Ausgestaltung favorisiert er eine bereits diskutierte Variante: Die Kinderchirurgie könnte als Sektion einem anderen der chirurgischen Chefärzte zugeordnet werden. Eine eigene Chefarztstelle wäre dann nicht erforderlich. Böhm verweist dabei auf die angespannte finanzielle Lage des Klinikums. Ohne eigene Chefarztstelle ließe sich ein Chefarztgehalt einsparen. Gleichzeitig hält er die Kinderchirurgie mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Klinikums gegenüber anderen Krankenhäusern für wichtig.
Eva Bulling-Schröter stellt einen anderen Aspekt in den Mittelpunkt: die Familien. Die Kinderchirurgie müsse in Ingolstadt bleiben. Eltern sollten nahe bei ihren Kindern sein können und nicht gezwungen werden, für eine entsprechende Behandlung lange Wege zu anderen Kliniken zurückzulegen.
Bereits am Freitag hatten CSU-Stadtrat Albert Wittmann und CSU-Fraktionsvorsitzender Christopher Hofmann in einem Gespräch mit O-T(h)öne zu verschiedenen kommunalpolitischen Themen auf Nachfrage deutlich gemacht, dass es bei der kinderchirurgischen Versorgung keine Abstriche geben dürfe. „Die Vorgabe von uns ist, dass es keine Abstriche bei der Kinderchirurgie gibt“, sagte Wittmann. Auch er hält einen eigenen Chefarzt nicht zwingend für erforderlich. Entscheidend sei, dass Ärzte, Betreuung und Betten auf dem bisherigen Niveau erhalten blieben. Hofmann machte deutlich, dass seine Fraktion grundsätzlich gegen einen Wegfall von Leistungen am Klinikum stehe. Seine Position: „Wir wollen ja das Klinikum sogar ausbauen. Und nicht abbauen.“
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.