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Die Probleme der heutigen Notaufnahme sind bekannt, 45 Behandlungsplätze sollen Teil der Lösung werden. Doch ausgerechnet bei der geplanten Erweiterung fehlen bislang zentrale Eckdaten: Das Klinikum kann weder abschließende Kosten noch einen verbindlichen Bauzeitenplan nennen. Auch was konkret verlagert werden soll und wo die erweiterte Notaufnahme künftig innerhalb des Klinikums liegen wird, geht aus den Antworten nicht hervor.
Stephan Steger, Direktor der Klinik für Akut- und Notfallmedizin, nennt auf Anfrage von O-T(h)öne die vorgesehenen Kapazitäten. Derzeit stehen 23 Behandlungsplätze zur Verfügung, darunter fünf Schockräume. Nach Abschluss der geplanten Umbaumaßnahmen sieht das aktuelle Konzept insgesamt 45 Behandlungsplätze vor. Bei den Schockräumen bleibt es bei fünf.
„Zukunftsorientiert“, „modern“, „leistungsfähig“ – aber wie genau?
An großen Begriffen fehlt es nicht. Andreas Tiete, Geschäftsführer für Medizin, Pflege und Informationstechnologie sowie Ärztlicher Direktor des Klinikums, spricht von einem „zukunftsorientierten Konzept“ für die Weiterentwicklung der Notaufnahme. Jochen Bocklet, Geschäftsführer für Finanzen und Infrastruktur, Personal und Berufsbildungszentrum Gesundheit, beschreibt an anderer Stelle das Ziel einer „modernen, leistungsfähigen Notfallversorgung“. Wie die neue Notaufnahme am Ende tatsächlich aussehen und funktionieren soll, bleibt dagegen weitgehend offen.
Tiete erklärt, auf Grundlage einer externen Beratung werde gemeinsam mit den Nutzern und den beteiligten Fachabteilungen ein Konzept erarbeitet und finalisiert. Die Planung befinde sich noch in der „Konkretisierungsphase“. Abschließende Details zu den baulichen Veränderungen könne das Klinikum deshalb noch nicht nennen. Dabei war ausdrücklich nach der geplanten „Verlagerung und Erweiterung“ gefragt worden. Was konkret verlagert werden soll und an welcher Stelle des Klinikums die erweiterte Notaufnahme künftig untergebracht werden soll, beantwortet Tiete nicht. Als Ziele nennt er bessere Abläufe, optimierte Wege für Mitarbeiter, effizientere Prozesse und eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Behandlungskapazitäten. Bocklet hatte zudem erklärt, Notaufnahme, Rettungswagenzufahrt und angrenzende Funktionsbereiche sollten nach heutigen Anforderungen neu konzipiert werden.
Was der Ausbau kostet, ist noch unbekannt
Eine abschließende Kostenschätzung gibt es bislang nicht. Die Gesamtkosten würden gemeinsam mit den beauftragten Planern ermittelt, erklärt das Klinikum. Angestrebt wird eine möglichst zeitnahe Förderung. Wie hoch diese ausfallen könnte, lasse sich noch nicht belastbar sagen. Auch nach der Finanzierung insgesamt war gefragt worden. Über die angestrebte Förderung hinaus enthält die Antwort dazu keine näheren Angaben. Als zuständiges Gremium nennt das Klinikum den Aufsichtsrat. Dessen Beschluss ist Voraussetzung für die Umsetzung.
Ziel 2027 – verbindliche Termine fehlen
Ziel ist es, die Maßnahme in der zweiten Jahreshälfte 2027 fertigzustellen. Einen verbindlichen Bauzeitenplan mit einzelnen Bauabschnitten und konkreten Fertigstellungsterminen gibt es bislang jedoch nicht. Zunächst soll das erforderliche Raum- und Funktionsprogramm erarbeitet und mit den beteiligten Nutzergruppen und Fachbereichen abgestimmt werden. Anschließend sollen die voraussichtlichen Kosten ermittelt und die weiteren Rahmenbedingungen geklärt werden. Während der Arbeiten soll die Notaufnahme ohne Einschränkungen weiterbetrieben werden. Die Versorgung der Patienten werde „weiterhin uneingeschränkt sichergestellt“, erklärt das Klinikum.
Neubau geprüft – und wieder verworfen
Die Erweiterung am bestehenden Standort war nicht die einzige untersuchte Lösung. Das Klinikum prüfte auch eine eigenständige Notaufnahme außerhalb des bestehenden Gebäudes. Weiterverfolgt wurde diese Variante nicht. Ausschlaggebend seien ungünstige räumliche Gegebenheiten, eine schlechtere Anbindung an die übrigen klinischen Bereiche und erhebliche zusätzliche Kosten gewesen. Die Erweiterung und Optimierung am bestehenden Standort sei deshalb als sinnvoller und wirtschaftlicher bewertet worden. Wann diese Alternative geprüft wurde, beantwortet das Klinikum nicht. Auch wie bei einem Neubau die in der Medienanfrage ausdrücklich angesprochenen Anfahrtsmöglichkeiten für den Rettungsdienst vorgesehen waren, geht aus der Antwort nicht hervor.
Was vom Rettungsdienst in die Planung einfließt
Die künftige Anfahrts- und Übergabesituation war ebenfalls Teil der Anfrage. Das Klinikum verweist auf einen kontinuierlichen Austausch mit dem Rettungszweckverband, zuletzt Anfang Juli. Die Notärzte seien überwiegend organisatorisch am Klinikum verortet; ihre fachlichen Erfahrungen und Anliegen flössen in die laufenden Abstimmungen ein. Welche konkreten Anforderungen daraus beim Umbau tatsächlich umgesetzt werden, nennt Steger nicht. Auch zur ausdrücklichen Einbeziehung der Rettungsdienste selbst enthält seine Antwort keine konkrete Angabe.
Wer am Ende zahlt, ist ebenfalls offen
Ungeklärt ist schließlich die Kostenbeteiligung des Landkreises Eichstätt. Gefragt worden war, welche Beträge bereits verbindlich zugesagt sind, welche sich noch in Verhandlung befinden und welche Mehrkosten voraussichtlich beim Klinikum beziehungsweise bei der Stadt Ingolstadt verbleiben. Konkrete Summen nennt das Klinikum nicht. Die erforderlichen Gespräche seien noch nicht abgeschlossen. Deshalb könnten weder zur möglichen Beteiligung des Landkreises noch zu den offenen Finanzierungsanteilen belastbare Aussagen getroffen werden.
Auch in diesem Themenkomplex der künftigen erweiterten Notaufnahme bleiben auf detaillierte schriftliche Fragen wesentliche konkrete Antworten aus. Damit stellt sich erneut die Frage: Warum?
Transparenzhinweis: Dieser Artikel beruht auf einer per E-Mail gestellten Medienanfrage an das Klinikum Ingolstadt und dessen schriftlichen Antworten.