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Konjunktur verliert wieder Schwung

Die deutsche Wirtschaft kommt nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht recht in Tritt. Das Konjunkturbarometer des Instituts stieg im April leicht auf 97,9 Punkte, bleibt damit aber unter der Marke von 100 Punkten, die für ein durchschnittliches Wachstum steht. Nach einem Vier-Jahres-Hoch im Februar und einem deutlichen Rückgang im März deutet sich damit vorerst keine weitere Erholung an.

Ausschlaggebend ist nach Einschätzung des Instituts vor allem der Krieg im Nahen Osten. Die Eskalation erhöht die Unsicherheit auf den internationalen Energiemärkten und treibt die Preise für Öl und Gas. Das verstärkt den Inflationsdruck, belastet Unternehmen durch steigende Kosten und schwächt die Kaufkraft der privaten Haushalte. Zugleich dämpfen eine schwächere globale Nachfrage und Risiken für Lieferketten die Exportwirtschaft. Auch die Binnenkonjunktur, die zuletzt stabilisierend wirkte, verliert an Dynamik.

Zwar sorgen staatliche Ausgaben, etwa für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz, weiterhin für Impulse. Diese werden laut DIW derzeit jedoch von den äußeren Belastungen überlagert. In der Industrie bleibt die Lage angespannt. Die Produktion entwickelte sich bereits vor der jüngsten Eskalation nur verhalten, und die Erwartungen der Unternehmen haben sich zuletzt wieder eingetrübt. Die Investitionsbereitschaft gilt weiterhin als schwach. Auch im Dienstleistungssektor verschlechtert sich die Stimmung, da die nachlassende Kaufkraft den Konsum bremst. Unternehmen zeigen sich zudem zurückhaltender bei Neueinstellungen. Der Arbeitsmarkt insgesamt bleibt im historischen Vergleich dennoch robust.

Unter dem Strich sieht das DIW die wirtschaftliche Erholung vorerst ausgebremst. Der seit dem Herbst erkennbare Aufwärtstrend ist ins Stocken geraten, auch wenn das Barometer weiterhin über dem Niveau des vergangenen Jahres liegt.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des DIW; redaktionell bearbeitet.

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