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Kraftfahrermangel in Bayern

In Bayern fehlen nach Angaben der Gewerkschaft ver.di derzeit rund 8.000 bis 9.000 Kraftfahrer. Die Zahl dürfte weiter steigen. Arbeitgeber verweisen nach Darstellung der Gewerkschaft häufig auf politische Rahmenbedingungen, zuletzt etwa auf Probleme bei der Anerkennung ausländischer Führerscheine. Ver.di weist diese Begründung zurück und sieht die Ursachen vor allem in den Arbeitsbedingungen der Branche.

Niedrige Löhne, unbezahlte Arbeitszeiten und belastende Schichtmodelle machten den Beruf zunehmend unattraktiv, teilt ver.di Bayern mit. Hinzu kämen fehlende Ausbildungsangebote und geringe Wertschätzung. Auch die Infrastruktur trage zur Abwanderung bei, etwa durch mangelhafte Sanitäreinrichtungen, zu wenige bewachte Parkplätze und eine hohe Arbeitsbelastung.

Die Fokussierung auf bürokratische Hürden greife zu kurz, heißt es bei der Gewerkschaft. Entscheidend sei eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, um den Fahrermangel wirksam zu bekämpfen.

Ver.di Bayern fordert dazu ein Drei-Punkte-Sofortprogramm. Zentrale Forderung ist ein Grundlohn von mindestens 3.000 Euro brutto bei 38,5 Wochenstunden. Zudem sollen alle Arbeitszeiten, einschließlich Warte-, Bereitschafts- sowie Be- und Entladezeiten, vergütet werden. Auch die Rückkehr zur Tarifbindung in der Transportbranche gehört zu den Forderungen.

Darüber hinaus verlangt die Gewerkschaft einen Ausbau der Ausbildung. Die Zahl der Ausbildungsplätze soll auf 6.000 steigen. Für Quereinsteiger sollen zusätzliche Umschulungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Als dritten Schwerpunkt nennt ver.di mehr Wertschätzung im Arbeitsalltag. Dazu zählen verlässliche Dienstpläne, begrenzte Überstunden, geregelte Pausen sowie der Schutz von Wochenenden und Familienzeiten. Auch eine stärkere Einbindung der Beschäftigten in betriebliche Entscheidungen wird gefordert.

Als Beispiele verweist die Gewerkschaft auf die Schweiz und skandinavische Länder, wo bessere Bezahlung, attraktivere Arbeitszeiten und mehr Ausbildungsplätze den Fahrermangel spürbar reduziert hätten.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung von ver.di; redaktionell bearbeitet.

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