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Krankenhauspersonal: Künftig mehr Aufmerksamkeit - auch in Ingolstadt

Krankenhauspersonal: Künftig mehr Aufmerksamkeit - auch in Ingolstadt

O-T(h)öne gibt Fraktionen und Gruppierungen im Ingolstädter Stadtrat, sowie ausgewählten Personen des gesellschaftlichen Lebens und aus dem journalistischen Bereich, in der Rubrik "Aus fremder Feder", die Möglichkeit eines Gastkommentars zur Ingolstädter Kommunalpolitik. Das Thema ist durch den Gastkommentator frei wählbar, ebenso die Länge des Textes. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser des Gastkommentars.

Gastkommentar von Christian Lange, BGI-Stadtratsfraktion

Die Corona-Pandemie zeigt uns allen sehr deutlich, welche Bedeutung eine funktionierende Gesundheitsvorsorge in so einer schwierigen Situation für die Gesellschaft hat. Die Menschen, die jetzt als Ärzte und Pflegepersonal für die Patienten in den Kliniken rund um die Uhr da sind, brauchen in Zukunft mehr Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.

Hier ist die Politik gefordert, einige Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und neue Wege zu gehen: Wir müssen in den Kommunen für eine bessere Bezahlung sorgen und dem gesamten Personal in den Krankenhäusern wieder mehr Aufmerksamkeit schenken.

Das gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, also auch diejenigen, die zum Beispiel für Reinigung und Ver- und Entsorgung zuständig sind und die gerade in einer solchen Infektionswelle eine besonders große Verantwortung im Krankenhaus tragen. Es sind die Leistungen und das Engagement der Beschäftigten, die aus einer Klinik ein gutes Krankenhaus machen. Ich wünsche mir, dass sich die medizinische Versorgung in den Krankenhäusern in erster Linie an der Betreuung und Fürsorge für die Patienten und erst an zweiter Stelle an Kostenfaktoren orientiert.
 
Eine gute Fürsorge und Pflege für die Patienten steht und fällt mit der Motivation und der Begeisterung der Mitarbeiter. Der Patient spürt es, wenn das Personal überfordert ist und die Motivation im Team unter schlechten Arbeitsbedingungen leidet.

Um das zu vermeiden, muss die Politik auf allen Ebenen die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter in den Krankenhäusern verbessern. Neben den Gesundheitsministern von Bund und Ländern müssen auch die Kommunen für eine Optimierung dieser Rahmenbedingungen sorgen. Damit sollten wir aus meiner Sicht jetzt sofort beginnen.

In der derzeitigen Sondersituation in den Krankenhäusern durch die Pandemie erkennen wir, wo die Politik ansetzen kann: Die Schaffung von Servicegesellschaften, in denen niedrigere Gehälter gezahlt werden, muss sofort beendet werden – hier muss das Prinzip des gleichen Lohns für gleiche Arbeit gelten. Beschäftigte in Kliniken sollten in dieser schwierigen Situation auch mit kostenlosen Getränken, wie Mineralwasser, Kaffee oder Tee, unterstützt werden.

Die personelle Besetzung der Stationen muss künftig so gestaltet sein, dass auch Fürsorge und Zuwendung für alle Patienten rund um die Uhr gewährleistet werden kann, ebenso eine wirklich ausreichende Pflege. Auch die Zurverfügungstellung von günstigem Wohnraum für Auszubildende und Pflegepersonal ist ein von uns immer wieder geforderter Punkt. Denkbar wäre zukünftig auch ein kostenloses Jobticket für den ÖPNV für alle Beschäftigten im Klinikum und den Krankenhäusern.

Es gibt viele kleine und große Schritte, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krankenhäusern auch seitens der Kommunen Unterstützung und Wertschätzung entgegenzubringen. Die Kommunen als öffentliche Arbeitgeber haben hier die besondere Aufgabe aus der jetzigen Situation zu lernen und im Krankenhaus in jeder Hinsicht den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen.

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