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Die deutsche Wirtschaft kommt nach drei schwachen Jahren langsam wieder in Bewegung. Doch der Krieg im Iran und Unsicherheiten im Welthandel dämpfen die Erholung. Einen Einbruch erwarten Ökonomen bislang nicht.
Nach der Frühjahrsprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dürfte die Wirtschaftsleistung in Deutschland in diesem Jahr um rund 1,0 Prozent wachsen. Für 2027 rechnen die Forscher mit einem Plus von 1,4 Prozent. Ohne die jüngsten geopolitischen Spannungen wäre das Wachstum etwas höher ausgefallen: Der Konflikt könnte die Entwicklung um etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte drücken.
Vor allem steigende Energiepreise wirken sich auf die Konjunktur aus. Die Inflation dürfte in diesem Jahr um etwa 0,4 Prozentpunkte höher ausfallen als bislang erwartet und im Durchschnitt bei 2,4 Prozent liegen. Der Preisschub bleibt damit deutlich schwächer als während der Energiekrise der Jahre 2022 und 2023.
Gestützt wird die Konjunktur derzeit vor allem von der Binnenwirtschaft. Der private Konsum profitiert von einem stabilen Arbeitsmarkt. Zugleich steigen staatliche Ausgaben und Investitionen allmählich an. Die exportorientierte Industrie hingegen kommt angesichts struktureller Probleme und globaler Unsicherheiten nur langsam voran.
Große Erwartungen richten sich auf staatliche Investitionen, insbesondere auf das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Kommunen kämpfen seit Jahren mit einem erheblichen Investitionsstau bei Straßen, Schulen und öffentlichen Einrichtungen.
Nach Berechnungen des DIW hängt die Wirkung der Mittel jedoch stark davon ab, wie sie eingesetzt werden. Würden sie vollständig für zusätzliche Projekte verwendet, könnten kommunale Investitionen jährlich um rund 4,7 Milliarden Euro steigen. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass ein Teil der Gelder bereits geplante Vorhaben ersetzt. Dann läge der zusätzliche Impuls nur bei etwa 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: In vielen Kommunen fehlen Planungskapazitäten und Personal für Vergabeverfahren. Ohne zusätzliche Unterstützung könnten die Investitionsprogramme deshalb nur begrenzte Wirkung entfalten.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin); redaktionell bearbeitet.