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Kritik an steigender Armut

Die vorläufigen Armutszahlen stoßen auf deutliche Kritik. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Armutsquote in Deutschland binnen eines Jahres von 15,5 auf 16,1 Prozent gestiegen. Die Zahl der Betroffenen erhöhte sich von knapp 13 Millionen auf rund 13,3 Millionen Menschen – ein Zuwachs von etwa 300.000.

Katja Kipping, Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbands, sieht darin einen klaren Handlungsauftrag für die Politik. Armut sei nicht nur eine statistische Größe, sondern habe spürbare Folgen im Alltag der Betroffenen. Dazu zählten Einsparungen bei Heizung und Kleidung, wachsende Existenzängste, Sorgen um den Wohnraum sowie gesundheitliche Belastungen und soziale Isolation.

Besonders kritisch bewertet der Verband die Lage von Alleinerziehenden. Nach den aktuellen Zahlen gelten 28,7 Prozent von ihnen als armutsgefährdet. Vor dem Hintergrund laufender Beratungen zur Sozialstaatsreform warnt der Paritätische vor Einschnitten beim Unterhaltsvorschuss. Diese Leistung sei für Alleinerziehende eine zentrale Unterstützung.

Der Verband fordert, sozialpolitische Reformen konsequent darauf zu prüfen, ob sie Armut verschärfen könnten. Maßnahmen mit entsprechenden Risiken dürften nicht umgesetzt werden. Stattdessen müssten Sozialleistungen so ausgestaltet werden, dass sie verlässlich vor Armut schützen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Paritätischen Gesamtverbands; redaktionell bearbeitet.

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