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Landschaftspflegeverband Ingolstadt: „Gehe zurück auf Los“

Landschaftspflegeverband Ingolstadt: „Gehe zurück auf Los“

O-T(h)öne gibt Fraktionen und Gruppierungen im Ingolstädter Stadtrat, sowie ausgewählten Personen des gesellschaftlichen Lebens und aus dem journalistischen Bereich, in der Rubrik "Aus fremder Feder", die Möglichkeit eines Gastkommentars zur Ingolstädter Kommunalpolitik. Das Thema ist durch den Gastkommentator frei wählbar, ebenso die Länge des Textes. Die Veröffentlichung erfolgt nicht redigiert und ungekürzt. Die Verantwortung für den Inhalt trägt allein der Verfasser des Gastkommentars.

Gastkommentar von

Alfred Grob, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion

„Gehe zurück auf Los“ – so oder so ähnlich könnte man die bevorstehende Gründung des Landschaftspflegeverbandes einleiten. Mehrere Versuche dafür gab es schon in den zurückliegenden Jahren.  

In den Ausschüssen wurde bereits mehrheitlich der weiteren Prüfung zugestimmt und der Stadtrat wird voraussichtlich in seiner Sitzung am 25.03.2021 die Verwaltung mit der Vorbereitung der Gründung eines Landschaftspflegeverbandes (LPV) für Ingolstadt beauftragen.

„Landschaftspflegeverbände sind gemeinnützige Vereine mit einem freiwilligen und gleichberechtigten Zusammenschluss von Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunalpolitik, die die praktische Durchführung von Landschaftspflege- und Landschaftsentwicklungsmaßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt und der Kulturlandschaft umsetzen sollen“ … „Zunehmend wirken sie bei der Organisation von lokalen Klimaschutzmaßnahmen mit. Wesentliche Stärke der Landschaftspflegeverbände ist aufgrund dieser Ausgestaltung die enge Kooperation zwischen Landwirten, Verbänden und Kommunen „auf Augenhöhe“, so die Beschreibung in der Verwaltungsvorlage.

In meiner Fraktion gibt es nach wie vor auch Bedenken gegen die Gründung eines LPV. Die Gegenargumente greifen immer noch: Im Jahr 2019 hat der Stadtrat die Stelle eines Projektleiters und die Bildung eines Fachbeirates beschlossen. Mit diesem Beschluss wurde der Forderung nach einem LPV Rechnung getragen.

Im November 2020 hat der Stadtrat 6,5 Stellen für das Umweltamt beschlossen – der Bedarf wurde mittels einer Organisationsuntersuchung festgestellt, u. a. um die Ausübung der Pflicht-, aber auch der freiwilligen Aufgaben nachkommen zu können.

Jetzt steht die Gründung des LPV bevor. Für die Stadt wird ein Mitgliedsbeitrag von 110.000€ festgesetzt. Die Kosten sprechen eine eigene Sprache. Wir wollen und müssen den städtischen Haushalt konsolidieren und beschließen parallel dazu eine weitere freiwillige Leistung der Stadt in Höhe von 110.000 €.

Der LPV soll im Wesentlichen die freiwilligen Aufgaben in der Landschafts- und Umweltpflege übernehmen. Bisher sind oder sollten diese Maßnahmen vom Umweltreferat umgesetzt werden. Für diese freiwilligen Projekte gibt es von Bund und Land festgesetzte Zuschüsse, die sowohl von der Verwaltung, als auch vom LPV abgerufen werden können. Ein Vorteil des LPV liegt sicher darin, dass der LPV zusätzlich noch Overhead-Kosten abrechnen kann, mit der Konsequenz, höhere Förderquoten zu erhalten.

Ich wünsche mir, dass wir bei einer Evaluierung des LPV, die in spätestens vier Jahren durchzuführen sein wird, feststellen, dass sich Zustand und Pflege der Biotope, Gewässer und der Ausgleichsflächen in Zusammenarbeit mit den Vereinsmitgliedern wesentlich verändert und noch ein Stück weit verbessert haben. Erst dann können wir sagen, ob die Gründung des LPV notwendig und die Investition richtig waren.

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