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Landtagsabgeordneter Alfred Grob (CSU) zum "Tübinger COVID-19-Modell" und zur Kritik von Oberbürgermeister Scharpf an der Staatsregierung

 Landtagsabgeordneter Alfred Grob (CSU) zum "Tübinger COVID-19-Modell" und zur Kritik von Oberbürgermeister Scharpf an der Staatsregierung

O-T(h)öne hat den Ingolstädter Landtagsabgeordneten Alfred Grob (CSU) um ein Statement zur Kritik des Ingolstädter Oberbürgermeisters Christian Scharpf  (SPD) an der bayrischen Staatsregierung gebeten (siehe: Covid-19-Modellkommunen: Oberbürgermeister Scharpf kritisiert bayrische Staatsregierung). Ferner um eine Bewertung zur Entscheidung der Staatsregierung bei der Auswahl der Modellkommunen nur Städte mit einer Einwohnerzahl von unter 100.000 Personen zu berücksichtigen.


Landtagsabgeordneter Alfred Grob (CSU): Vorangestellt und klar ausgesprochen: Auch ich hätte gerne gesehen, dass das Konzept des Testens und daran gekoppelt, das sichere Öffnen von Einzelhandelsgeschäften, (Außen-)Gastronomie, Theatern oder Kinos bald ermöglicht werde. Auch ich habe mich seit mehreren Wochen mit dem Tübinger Modell intensiv auseinandergesetzt und mich für den Modellversuch in Ingolstadt ausgesprochen, um unseren Bürgerinnen und Bürgern ein Stück Lebensqualität und soziales Leben zurückzugeben.

Deshalb habe ich mit unserem Gesundheitsminister Klaus Holetschek mehrfach darüber diskutiert und mich dafür eingesetzt, Ingolstadt als Modellregion für das Tübinger Modell vorzusehen.

Aber alles hat seine Zeit – und gerade ist eben nicht die richtige Zeit: Die Inzidenzzahlen steigen stark an, in nahezu allen bayerischen Landkreisen und Städten – übrigens auch im baden-württembergischen Tübingen! Die dritte Welle der Corona-Pandemie rollt vehement und unaufhaltsam an, sie muss erst einmal gebrochen werden!

In den 83 Kommunen, die sich für den Modellversuch in Bayern beworben haben, können aufgrund der aktuell hohen Inzidenzwerte derzeit nur noch 14 den Modellversuch tatsächlich angehen – Tendenz stark fallend. Daher darf bezweifelt werden, ob in einer Woche überhaupt noch eine Modellregion in Bayern an den Start gehen kann und wird. Daran kann auch die Kritik des Ingolstädter Oberbürgermeisters kaum etwas ändern, selbst wenn sie inhaltlich berechtigt sein mag - sie kommt zur falschen Zeit!

Vielmehr muss unser aller Augenmerk und Bestreben darauf gerichtet sein, die schlimmsten Auswirkungen der "dritten Welle" erst einmal gemeinsam zu überstehen: Wir laufen wieder auf Lockdown, Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Einhalten von strikten Hygieneregeln und Schutzkonzepten zu. Von Ansteckungen, Krankheiten und Todesopfern ganz zu schweigen.

Danach aber, und wir kennen aus der einjährigen Pandemieerfahrung das Auf- und Ab der Entwicklungen, muss die Strategie "Impfen und Testen" unbeirrt fortgesetzt werden, mit oder ohne AstraZeneca! Letztlich hilft nur Impfen, Testen schafft Sicherheit und Erleichterung!

Darum sollten auch die "Tübinger-Modellversuche" in Bayern unmittelbar nach Abebben der dritten Welle starten. Unsere Bürgerinnen und Bürger müssen merken, dass regelmäßiges Testen Ihnen Perspektiven eröffnet, beispielsweise auf einen Restaurant-, Theater- oder Kinobesuch. Diesen Anreiz muss die Politik setzen. Zugleich müssen sich alle darauf verlassen können, dass die Einschränkung Ihrer Rechte nur so lange geschehen kann und darf, wie dies unbedingt nötig ist.

Deswegen bin ich mir ganz sicher, dass die Möglichkeiten des Testens und des gesicherten Öffnens auch an unseren acht bayerischen Großstädten -immerhin fast ein Viertel der bayerischen Bevölkerung- nicht unberücksichtigt vorbeilaufen wird. Auch darüber habe ich heute Abend (Anmerkung der Redaktion: Am Abend des 30. März 2021) mit dem bayerischen Gesundheitsminister am Telefon gesprochen und dafür werde ich mich, zusammen mit den jeweiligen Stimmkreisabgeordneten im Landtag und den Oberbürgermeistern dieser Großstädte, auch gerne weiterhin in München tatkräftig einsetzen – egal ob als Modellregion, im begründeten Einzelfall oder noch besser, mit einer möglichst breit angelegten Regelstrategie.

Lesen Sie hierzu auch diese Berichterstattung: „Testen statt Lockdown“ ist Wunschdenken, genau wie „Abnehmen durch Essen“

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