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Lebenshilfe warnt vor Kürzungen der Eingliederungshilfe

Die Debatte über steigende Sozialausgaben verunsichert viele Betroffene. Die Lebenshilfe warnt vor möglichen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe – und startet eine bundesweite Kampagne.

Unter dem Motto „Teilhabe ist Menschenrecht“ will die Bundesvereinigung Lebenshilfe nach eigenen Angaben deutlich machen, welche Bedeutung die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung hat. Anlass sind Sparvorschläge aus Kommunen sowie kritische Äußerungen von Kanzler Merz zu den Kosten der Leistung. Bei Menschen mit Behinderung und ihren Familien wachse die Sorge, dass Unterstützungsangebote eingeschränkt werden könnten.

Die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt, verweist auf das im Grundgesetz verankerte Benachteiligungsverbot. Die Eingliederungshilfe sei Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und dürfe nicht infrage gestellt werden. Kostensteigerungen führt der Verband vor allem auf hohe Inflationsraten der vergangenen Jahre, die Tariflohnentwicklung sowie steigende Fallzahlen zurück. Letztere seien auch eine Folge des medizinischen Fortschritts und der höheren Lebenserwartung.

Einsparpotenzial sieht die Lebenshilfe nach eigenen Angaben vor allem im Abbau von Bürokratie. So könnten etwa Überprüfungsintervalle beim individuellen Unterstützungsbedarf verlängert und Dokumentationspflichten vereinfacht werden.

Am Dienstag will das Bundesministerium für Arbeit und Soziales erstmals auch Verbände an dem seit September 2025 laufenden Dialogprozess zwischen Bund, Ländern und Kommunen zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe beteiligen. Die Lebenshilfe kündigt an, sich dort gegen Leistungskürzungen einzusetzen, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderung beeinträchtigen würden.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe; redaktionell bearbeitet.

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