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Maul-Klinik: CSU mahnt laut, schweigt weiter konkret

Der heutige späte Abend: Kaum hatte O-T(h)öne seine „Zehn Fragen statt großer Worte“ veröffentlicht, melden sich die Ingolstädter Christlichsozialen mit einer Pressemitteilung – viel Alarm in der Sprache, wenig Substanz im Inhalt.

„Die Insolvenz der Maul-Klinik ist eine Hiobsbotschaft“, schreibt die CSU. „Kapazitäten müssten erhalten bleiben.“ Danach: Kein Konzept, keine Zahlen – kein einziger Ansatz, wie die große Rettungsparole eingelöst werden könnte.

Statt Antworten: ein Blick zurück. Vor 40 Jahren entstand das Klinikum für eine Stadt mit 80.000 Einwohnern. Heute sind es 140.000, bald 170.000 – so rechnet die CSU. Ihr Schluss: „Das Klinikum Ingolstadt kann eine Auflösung der Kapazitäten der Maul-Klinik nicht auffangen.“ Außerdem verweist die Partei darauf, dass der oberbayerische Norden im Gegensatz zu anderen Regionen kein Krankenhaus der Versorgungsstufe 3 habe – das Klinikum Ingolstadt also die einzige Adresse für komplexe Fälle sei. Das stimmt. Nur: Politische Aktivitäten im Stadtrat, fraktionsübergreifend, um diese Lücke zu schließen? Fehlanzeige – seit über vier Jahrzehnten.

Auch das Strukturgutachten von 2024 zur Gesundheitsversorgung in der Region 10 wird kritisiert: Dass dort die Privatklinik Dr. Maul und das Klinikum Neuburg nicht auftauchen, sei ein „struktureller Fehler“. Pikant: Bestellt mit den Vorgaben, was untersucht werden soll, hat das Gutachten die Kommunalpolitik – und genau so liegt es jetzt auf dem Tisch.

„Die Politik und die Stadtspitze“ müssten nun „ein tragfähiges Konzept“ entwickeln, fordert die CSU. Nur: genau das hätten die Christsozialen selbst ansatzweise liefern müssen, als sie den Erhalt der Maul-Klinik erstmals öffentlich verlangten. Denn eine solche Forderung ist nur dann seriös, wenn sie unter den neuen und kommenden Rahmenbedingungen der bundesweiten Krankenhausreform überhaupt ansatzweise darstellbar ist – und auch so vermittelt wird.

Am Donnerstag will der CSU-Kreisvorstand „detailliert beraten“. Bis dahin bleibt festzuhalten: Die CSU ist beim Mahnen und Fordern schnell – doch eine Vorstellung, wie diese Forderungen auch nur im Ansatz umgesetzt werden könnten, ist bislang nicht erkennbar.

O-T(h)öne hatte der CSU am frühen Donnerstagmorgen zehn konkrete Fragen gestellt – zu Finanzierung, Rolle der Klinik im Versorgungssystem, Reformfähigkeit, Personal und zu den Fehlern früherer Klinikprojekte. Die Antworten sind bis kommenden Montagnachmittag erbeten: konkret, nachvollziehbar und überprüfbar. Bis dahin darf spekuliert werden: Antworten – oder wieder nur Phrasen?

Unterzeichnet ist die Mitteilung für den CSU-Kreisverband von Stefan Huber, Christopher Hofmann, Hans-Joachim Hof, Julia Lebe, Michael Fröhlich und Tobias Müller – und für die CSU-Stadtratsfraktion von Franz Wöhrl.

Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der CSU Ingolstadt.

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