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Maul-Klinik: Operation Wahlkampf – Diagnose Symbolpolitik

Von Thomas Thöne

Manchmal ist Politik nicht mehr als eine Bühne. Und die Maul-Klinik ist gerade genau das: Kulisse für große Worte, leere Parolen und ein Wahlkampfspektakel. Während SPD und CSU um die Wette versprechen, was sie alles retten wollen, liefern sie auf die entscheidende Frage – wie eigentlich? – keine Antwort.

Das Ergebnis: Politik, die den Bürgerinnen und Bürgern vorgaukelt, alles sei machbar. Hauptsache, die Schlagzeile stimmt und die Fotos sowie Videos für die sogenannten sozialen Netzwerke sind veröffentlicht. Nur: Wer genauer hinsieht, erkennt die Leere dahinter. Keine belastbaren Konzepte. Keine Finanzierung. Keine Szenarien, wie eine Klinik inmitten einer Krankenhausreform überleben soll.

Die Rechnung dafür zahlen nicht die Politiker, die heute laute Forderungen stellen, sondern die Bürgerinnen und Bürger morgen: mit enttäuschten Erwartungen, mit wachsender Politikverdrossenheit, mit dem bitteren Gefühl, dass es wieder einmal nur um Wahlkampf ging.

Es ist kein Zufall, dass viele Ingolstädter längst zynisch, nicht nur im Internet, auf so manche politische Ankündigung oder Forderung reagieren. Wer bisher erlebt hat, wie Millionen in Ingolstadt in Klinikprojekte gesteckt und am Ende doch verloren wurden, verliert irgendwann das Vertrauen – nicht in die Medizin, sondern in die Politik.

Und doch gibt es Lichtblicke. Es sind jene Parteien und Gruppierungen im Stadtrat, die sich bewusst zurückhalten. Die nicht sofort nach „Kauf“ oder „Erhalt“ schreien, sondern abwarten, bis Zahlen und Konzepte auf dem Tisch liegen. Die sagen: erst prüfen, dann entscheiden. Genauso sieht seriöse Politik aus. GRÜNE, FREIE WÄHLER, FDP und JU-Stadtratsgruppe gehören unter anderem dazu. Und genau das unterscheidet Verantwortungsbewusstsein von politischem Reflex!

Denn eines ist sicher: Mit einer Maul-Klinik, die ohne medizinisches Konzept, machbare Finanzierung, auch in den Folgekosten, und ohne Zukunft gekauft wird, ist niemandem geholfen – weder den Beschäftigten, noch den Patientinnen und Patienten, noch der Stadt selbst. Im Übrigen: bisher hat auch niemand einen Kauf ausgeschlagen.

Wer die Maul-Klinik zur Bühne für symbolische Politik macht, verspielt mehr als Geld. Er gefährdet am Ende sowohl die Zukunft der Klinik als auch das Vertrauen in Politiker vor Ort, die ein solches Wahlkampfspektakel aufführen.

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