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Mehr als jeder zweite junge Messerangreifer war schon auffällig

Mehr als jeder zweite junge Tatverdächtige, der bei einer Straftat ein Messer führte, war bereits zuvor mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Das zeigt eine neue Untersuchung der Bayerischen Polizei zu Messerdelikten von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden. Auffällig ist dabei nicht nur die Vorgeschichte vieler Tatverdächtiger, sondern auch, wo und zwischen wem sich die Taten abspielen.

Untersucht wurden alle für 2024 in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Fälle mit messerführenden Tatverdächtigen unter 21 Jahren. Bei rund 55 Prozent waren bereits frühere Straftaten bekannt, häufig Körperverletzung, Raub, Nötigung, Bedrohung oder Diebstahl. Bei etwa einem Viertel fanden sich in den polizeilichen Daten Hinweise auf psychische Auffälligkeiten.

Auch Drogen spielen in einem Teil der Fälle eine Rolle. Rund ein Fünftel der Messerangriffe stand im Zusammenhang mit der Anbahnung oder Durchführung von Drogengeschäften.

Die Taten ereignen sich häufig unter Gleichaltrigen oder innerhalb bestehender sozialer Beziehungen. Die Mehrheit der Opfer ist ebenfalls jünger als 21 Jahre. Fast 40 Prozent stammen aus dem näheren sozialen Umfeld der Tatverdächtigen, weitere rund 20 Prozent sind zumindest flüchtig bekannt.

Die Mehrheit der untersuchten Fälle endet ohne Verletzungen. Messer werden vielfach bei Bedrohungen oder Raubdelikten zur Einschüchterung eingesetzt. Rund sechs Prozent der Opfer wurden schwer, etwa drei Prozent lebensgefährlich verletzt. Tödlich endete keiner der untersuchten Fälle.

Knapp die Hälfte der Delikte wurde an öffentlichen Orten wie Straßen, Plätzen oder Parks registriert. 28,5 Prozent ereigneten sich in privaten Räumen, 11,3 Prozent an Schulen. In etwas mehr als 60 Prozent der Fälle hatten die Tatverdächtigen das Messer bereits bei sich.

Der zugleich veröffentlichte Kinder- und Jugendbericht für 2025 zeigt insgesamt einen Rückgang der registrierten jungen Tatverdächtigen um 5,2 Prozent. Bei Jugendlichen sank die Zahl um 7,1 Prozent, bei Heranwachsenden um 4,2 Prozent und bei Kindern um 2,6 Prozent.

Bei der Gewaltkriminalität fällt die Entwicklung jedoch auseinander: Während die Zahl jugendlicher Tatverdächtiger um 8,7 Prozent zurückging, stieg sie bei Kindern um sieben Prozent und bei Heranwachsenden um 3,1 Prozent. Zugleich nahm das Viktimisierungsrisiko von Kindern um 3,1 Prozent zu und erreichte einen neuen Höchststand.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Bayerischen Landeskriminalamts; redaktionell bearbeitet.

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