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Mehr Gewalt im Verborgenen als bekannt

Gewalt in Deutschland ist deutlich weiter verbreitet, als es die polizeiliche Kriminalstatistik abbildet. Das legt eine neue Bevölkerungsbefragung zum sogenannten Dunkelfeld der Gewaltbetroffenheit nahe, deren Ergebnisse am Dienstag vorgestellt wurden.

Die Studie mit dem Titel „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ zeigt, dass ein großer Teil von Gewalt im privaten Umfeld stattfindet – in Familien, Partnerschaften oder im digitalen Raum. Viele Fälle bleiben demnach unsichtbar für Behörden. Besonders auffällig ist der Blick in die Kindheit: Rund jede zweite befragte Person gab an, als Kind körperliche Gewalt durch Erziehungsberechtigte erlebt zu haben.

Nach Einschätzung des Paritätischen Gesamtverbandes weist das auf langfristige Muster hin. Gewalt werde häufig über Generationen weitergegeben, Betroffene befänden sich oft in persönlichen oder familiären Abhängigkeiten. Der tatsächliche Bedarf an Hilfe sei bislang unterschätzt worden.

Der Verband fordert deshalb einen deutlichen Ausbau der Unterstützungsstrukturen. Nötig seien mehr Schutzunterkünfte und Beratungsangebote für alle Betroffenen, unabhängig vom Geschlecht. Zudem müssten Prävention, Familienarbeit sowie Angebote für Täterinnen und Täter stärker gefördert werden, um Gewalt frühzeitig zu verhindern.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Paritätischen Gesamtverbandes; redaktionell bearbeitet.

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