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Mehr Zuschüsse – Stadt Ingolstadt relativiert Zahlenvergleich

Die Zuschussbedarfe städtischer Einrichtungen in Ingolstadt steigen deutlich. Ein Vergleich der Rechnungsergebnisse von 2020 mit den Haushaltsansätzen für 2026, der dem Nachrichtenportal O-T(h)öne vorliegt, legt das nahe. Die Stadt Ingolstadt gibt jedoch an, aus dieser Gegenüberstellung könnten keine Schlüsse gezogen werden – und ordnet die Zahlen in einen größeren Zusammenhang ein.

Deutliche Anstiege bei zentralen Einrichtungen

Aus der vorgelegten Übersicht geht hervor, dass sich der Zuschussbedarf bei zahlreichen Einrichtungen spürbar erhöht. Bei den städtischen Kindertageseinrichtungen steigt er von rund 9,43 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 19,56 Millionen Euro im Haushaltsansatz 2026 – ein Plus von gut 10,1 Millionen Euro. Beim Stadttheater erhöht sich der Zuschussbedarf von etwa 9,49 Millionen Euro auf 15,17 Millionen Euro, ein Zuwachs von rund 5,68 Millionen Euro.

Auch weitere Einrichtungen weisen höhere Ansätze aus. Die Sing- und Musikschule steigt von rund 1,61 Millionen Euro auf 3,04 Millionen Euro, die Technikerschule von etwa 1,22 Millionen Euro auf 1,87 Millionen Euro. Beim Stadtmuseum erhöht sich der Zuschussbedarf von knapp 1,88 Millionen Euro auf rund 2,95 Millionen Euro, bei den Bürgerhäusern von etwa 0,91 Millionen Euro auf 1,39 Millionen Euro. Die Mittagsbetreuung verzeichnet nahezu eine Verdoppelung von rund 2,04 Millionen Euro auf 4,40 Millionen Euro.

Einzelne Bereiche mit positiven Entwicklungen

Gleichzeitig zeigen einzelne Bereiche stabilere oder positive Entwicklungen. Bei den Parkeinrichtungen steigt der Überschuss von rund 667.000 Euro auf etwa 801.000 Euro, im Bereich Fleischhygiene von rund 86.000 Euro auf 159.000 Euro. Sporthallen und Sportplätze weisen im Haushaltsansatz 2026 erstmals einen Überschuss von rund 78.600 Euro aus, nachdem 2020 noch ein Defizit bestanden hatte.

Gesamtsumme steigt um mehr als 26 Millionen Euro

In der Gesamtschau erhöht sich der Zuschussbedarf der betrachteten Einrichtungen von rund 35,98 Millionen Euro im Jahr 2020 auf etwa 62,30 Millionen Euro im Haushaltsansatz 2026 – ein Anstieg um rund 26,3 Millionen Euro.

Stadt verweist auf eingeschränkte Vergleichbarkeit

Die Stadt stellt jedoch klar, dass diese Zahlen isoliert betrachtet nur eine begrenzte Aussagekraft besitzen. Das Jahr 2020 sei aufgrund der Corona-Pandemie kein strukturell normales Haushaltsjahr gewesen. Angebotsreduzierungen, Sondereffekte sowie temporäre Einnahme- und Ausgabenverschiebungen hätten das Rechnungsergebnis maßgeblich geprägt und eigneten sich daher nur eingeschränkt als Vergleichsbasis.

Zudem könnten Zuschussbedarfe einzelner Einrichtungen nicht allein anhand von Salden bewertet werden. Für eine fachlich belastbare Einordnung seien detaillierte Einzelanalysen erforderlich – etwa zu veränderten Aufgaben- und Leistungszuschnitten, zur Entwicklung der Fallzahlen, zu gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen sowie zu Personal-, Sach- und Betriebskosten. Hinzu komme, dass die Haushaltsansätze für 2026 noch keinen abgeschlossenen Stand darstellten. Insbesondere bei den Kindertageseinrichtungen und im Bereich des Jugendamts seien notwendige Umbuchungen bislang nicht vollständig abgebildet.

Dachbeschluss soll Grundlage für weitere Entscheidungen schaffen

Vor diesem Hintergrund verweist die Stadt auf den sogenannten Dachbeschluss des Stadtrats vom Dezember 2025. Dieser sieht eine umfassende, fachreferatsübergreifende Prüfung der öffentlichen und kostenrechnenden Einrichtungen vor. Ziel ist es, bis zum Sommer 2026 eine belastbare Grundlage für konsolidierungswirksame Entscheidungen zu schaffen. Erst nach Abschluss dieses Prozesses könne ein tragfähiges Gesamtbild der Zuschussentwicklung entstehen. Damit setzt die Stadt den Rahmen für die weitere Haushaltsdebatte. Über mögliche Konsequenzen entscheidet die politische Mehrheit im neuen Stadtrat.

Quelle: Eigene Berichterstattung.

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