Anzeige

Mieten in Großstädten bis zu acht Prozent höher

Nach zwei Jahren mit deutlichen Rückgängen stabilisieren sich die Kaufpreise auf dem deutschen Immobilienmarkt. Die Mieten steigen dagegen weiter – besonders in den großen Städten. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Im bundesweiten Durchschnitt waren Baugrundstücke und Einfamilienhäuser 2025 rund ein Prozent günstiger als im Vorjahr. Eigentumswohnungen verteuerten sich dagegen leicht um etwa 0,5 Prozent. In den meisten Marktsegmenten sei damit ein Tiefpunkt erreicht, heißt es in der Analyse.

Deutlich dynamischer entwickeln sich weiterhin die Mieten. Bundesweit legten sie um vier Prozent zu, in Großstädten teils um bis zu acht Prozent. Betroffen sind sowohl Bestandswohnungen als auch Neubauten. Grundlage der Untersuchung sind Daten des Immobilienverbandes IVD aus den Jahren 1996 bis 2025 für 407 Städte und Gemeinden.

Trotz der jüngsten Korrekturen liegen die Kaufpreise weiterhin deutlich über dem Niveau zu Beginn des Immobilienbooms. Einfamilienhäuser kosten heute rund 75 Prozent mehr als 2010, Bauland mehr als doppelt so viel. Eigentumswohnungen verteuerten sich seitdem um 116 Prozent. Die Mieten stiegen im gleichen Zeitraum um etwa 70 Prozent. Zuletzt entsprach der Kaufpreis einer Immobilie in guter Lage im Schnitt rund 23 Jahresmieten, nach einem Höchstwert von 27 im Jahr 2022.

Die angespannte Lage ist vor allem auf ein knappes Angebot zurückzuführen. 2024 wurden rund 252 000 Wohnungen fertiggestellt, 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Leerstandsquote liegt bundesweit bei 2,5 Prozent, in Metropolen teils bei rund einem Prozent. Märkte gelten bereits unterhalb von drei Prozent als angespannt.

Zwar hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen auf zwei Prozent gesenkt, doch Baukredite bleiben mit rund 3,8 Prozent deutlich teurer als in den Jahren vor 2022. Das Neugeschäft bei Wohnungsbaukrediten liegt weiterhin rund ein Drittel unter dem Höchststand von 2021.

Die Studienautoren sehen die Politik in der Pflicht. Der von der Bundesregierung geplante „Bauturbo“ soll Genehmigungsverfahren vereinfachen und Bauzeiten verkürzen. Ergänzend seien gezielte öffentliche Investitionen nötig, um den Wohnungsbau auszuweiten und bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Angesichts hoher Insolvenzen im Bausektor und eines anhaltenden Fachkräftemangels müsse die öffentliche Hand eine stabilisierende Rolle übernehmen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des DIW Berlin; redaktionell bearbeitet.

Diesen Beitrag teilen
Anzeige