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Mieten verschärfen Armut in Deutschland

Steigende Wohnkosten treiben deutlich mehr Menschen in die Armut, als es die gängigen Messungen zeigen. Nach einer neuen Auswertung des Paritätischen Gesamtverbandes gelten 18,4 Millionen Menschen als armutsgefährdet, wenn Miete und Energie in die Berechnung einfließen – rund 5,4 Millionen mehr als nach der konventionellen Quote. Der Anteil steigt damit auf 22,3 Prozent der Bevölkerung.

Die Belastung trifft bestimmte Gruppen besonders stark. Unter den unter 25-Jährigen liegt die Wohnarmut bei 31 Prozent, bei Menschen ab 65 Jahren bei 29 Prozent. Auch Familien mit mehreren Kindern und Alleinerziehende weisen überdurchschnittlich hohe Wohnkostenanteile auf. In allen Bundesländern übersteigt die Wohnarmut die reguläre Armutsquote, am stärksten in Hamburg, Berlin und dem Saarland.

Der Verband sieht die Bundesregierung in der Pflicht, Mieter besser vor steigenden Preisen zu schützen. Gefordert werden eine gezielte Förderung bezahlbarer Wohnungen, eine dauerhafte Preisbindung im sozialen Wohnungsbau und schärfere Eingriffe gegen überhöhte Mieten. Mit Blick auf die geplante Grundsicherung warnt der Verband zudem vor Einschränkungen bei der Übernahme von Wohnkosten.

Die Studie stützt sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Bei der Berechnung werden – anders als bei der klassischen Armutsmessung – die Wohnkosten vom Einkommen abgezogen. Arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erreicht.

Transparenzhinweis: Diese Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung des Paritätischen Gesamtverbandes.

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