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Millionen Krankenhausfälle ambulant möglich

Eine neue Auswertung des AOK-Instituts WIdO deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der heutigen Krankenhausaufenthalte nicht zwingend stationär erfolgen müsste. Rund 60 Prozent der vollstationären Fälle des Jahres 2024 ließen sich nach der Modellrechnung ambulant behandeln. Das entspräche mehr als acht Millionen gesetzlich Versicherten.

Für die Untersuchung bündelte das Institut mehrere Ansätze zur Ambulantisierung, darunter Hybrid-DRGs, den AOP-Katalog sowie Ergänzungen aus einem IGES-Gutachten. Hinzu kamen Kategorien vermeidbarer Fälle und Notfälle mit geringer Dringlichkeit. Jeder stationäre Fall wurde genau einem Ansatz zugeordnet.

Die Unterschiede zwischen den Leistungsgruppen fallen deutlich aus. Bei Ablationen und elektrophysiologischen Untersuchungen sieht das WIdO ein ambulantes Potenzial von mehr als 80 Prozent. In der Schlaganfallversorgung auf Stroke-Units dagegen nahezu keines. In 15 der fallstärksten Leistungsgruppen wären mehr als die Hälfte der Fälle ambulant denkbar. Für die Allgemeine Innere Medizin und die Allgemeine Chirurgie ermittelt das Institut jeweils etwa 60 Prozent.

Bei Belegungstagen und Behandlungskosten sinkt das Potenzial auf etwa 40 Prozent. Dennoch hält das WIdO die Ergebnisse für relevant für die anstehende Reform der Krankenhausplanung. Leistungen, die ambulant erbracht oder durch frühere Versorgung vermieden werden können, sollten aus Sicht des Instituts nicht Grundlage stationärer Kapazitäten sein.

Für die Weiterentwicklung der Vorhaltevergütung sieht das Institut Anpassungsbedarf. Eine Fortschreibung entlang heutiger Leistungsvolumina würde bestehende Strukturen festschreiben. Die Ambulantisierungspotenziale lägen in vielen Leistungsgruppen im zweistelligen Prozentbereich. Das spreche für eine stärkere Verlagerung in ambulante, interprofessionelle Angebote.

Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der AOK.

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