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Mobile Jugendarbeit – kaum aufgebaut, schon gekürzt

Erst seit knapp drei Jahren ist die Mobile Jugendarbeit in Ingolstadt wieder unterwegs. Nun soll sie schon wieder kleiner werden. Der Ausschuss für Finanzen und Personal entscheidet am morgigen Mittwoch darüber, ob das Team künftig mit weniger Personal auskommen muss – oder ob das Angebot ganz verschwindet.

Die Verwaltung empfiehlt angesichts der prekären Finanzlage der Stadt Ingolstadt einen Mittelweg. Die Zahl der pädagogischen Stellen soll von drei auf 2,5 sinken, die Räume in der Tränktorstraße sollen aufgegeben werden. Auch bei Leitung, Verwaltung und Sachkosten soll gespart werden. Die jährlichen Ausgaben würden damit von rund 352.600 Euro auf knapp 269.900 Euro sinken. Das entspräche einer Einsparung von etwa 82.700 Euro. Die Sitzungsvorlage ist im Ratsinformationssystem der Stadt Ingolstadt abrufbar.

Ganz ohne Folgen bliebe die Kürzung nicht. Das Team könnte weniger Standorte anfahren und weniger Angebote machen. Nach Einschätzung der Verwaltung wären aber weiterhin mindestens drei Beschäftigte im Einsatz. Damit ließe sich die vorgesehene Doppelbesetzung häufiger aufrechterhalten, auch wenn jemand ausfällt. Die vorgeschlagenen 2,5 Stellen entsprechen der fachlich empfohlenen Mindestausstattung.

Zur Wahl stehen drei weitere Varianten. Bleiben alle drei pädagogischen Stellen erhalten, entfallen aber die eigenen Räume, sinken die Kosten auf rund 326.700 Euro. Bei einer Kürzung auf zwei Stellen wären es etwa 213.000 Euro. Die Verwaltung warnt dann vor mehr kurzfristigen Absagen, weil bei Ausfällen nicht mehr zuverlässig zwei Fachkräfte gemeinsam eingesetzt werden könnten. Wird das Angebot vollständig eingestellt, entfielen Ausgaben von rund 352.600 Euro im Jahr.

Die Mobile Jugendarbeit nahm im September 2023 ihre Arbeit auf. Seit November 2024 fährt ein umgebauter Kleinbus als Jugendtreff durch das Stadtgebiet. Das Team ist nach Angaben der Stadt an rund 240 Tagen im Jahr unterwegs. Für 2025 nennt die Verwaltung 1967 erreichte junge Menschen beim offenen Treff, 1200 in der aufsuchenden Arbeit, 661 bei strukturierten Angeboten und 448 bei Veranstaltungen. Die Zahl der Stammbesucher stieg von 14 auf 29.

Die Stadt begründet die Fortführung damit, dass das Angebot auch junge Menschen erreicht, die Jugendtreffs oder andere Hilfen kaum nutzen. Ein vergleichbares stadtweites Angebot gebe es derzeit nicht. Dass es trotzdem zur Disposition steht, zeigt, wie weit die Haushaltskonsolidierung inzwischen reicht.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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