Werden Sie Unterstützer:in von O-T(h)öne
Machen Sie mit bei „Die Berichterstattung von O-T(h)öne ist mir etwas wert“. Ihre Mithilfe trägt dazu bei, dieses Angebot fortzuführen.


Der Krieg im Nahen Osten dämpft die wirtschaftlichen Erwartungen für Deutschland. Das Münchner ifo Institut hat seine Wachstumsprognose deshalb nach unten korrigiert.
Die Ökonomen rechnen nun für dieses Jahr mit einem Wachstum von 0,8 Prozent und für 2027 mit 1,2 Prozent. Grund ist vor allem der Anstieg der Energiepreise infolge des Konflikts. Gegenüber früheren Erwartungen würde ein kurzfristiger Preisschub bei Öl und Gas das Wachstum um rund 0,2 Prozentpunkte bremsen.
Auch bei der Inflation sehen die Forscher Risiken. Falls die Preise für fossile Energieträger in den kommenden Wochen wieder sinken, erwarten sie eine Teuerungsrate von knapp 2,5 Prozent. Bleiben Öl und Gas dagegen länger auf dem derzeit hohen Niveau, könnte die Inflation zeitweise auf knapp drei Prozent steigen.
In diesem Fall würde sich die Wirtschaft noch schwächer entwickeln. Das Wachstum könnte dann in diesem Jahr auf etwa 0,6 Prozent fallen und im kommenden Jahr nur noch rund 0,8 Prozent erreichen.
Dabei hatte sich die deutsche Wirtschaft zuletzt erholt. Nach Einschätzung des Instituts setzte Ende 2025 eine Aufwärtsbewegung ein. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt legte spürbar zu, die Kapazitätsauslastung in der Gesamtwirtschaft stieg und auch die Auftragslage im Baugewerbe sowie in der Industrie verbesserte sich.
Auffällig ist jedoch, dass die Erholung nicht vom Exportgeschäft getragen wird. Die Warenausfuhren sind weiter gesunken, obwohl die Wirtschaftsleistung in wichtigen Absatzmärkten gestiegen ist. Stattdessen kommen die Impulse vor allem aus dem Inland. Eine zunehmend expansive Finanzpolitik sorgt für zusätzliche Nachfrage. Besonders staatliche Ausrüstungsinvestitionen sowie öffentliche Konsumausgaben legten im vierten Quartal 2025 deutlich zu.
Am Arbeitsmarkt zeigt sich die konjunkturelle Erholung bislang mit Verzögerung. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte in diesem Jahr zunächst noch sinken und erst im kommenden Jahr wieder steigen. Auch die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich erst später zurückgehen. Wie schnell sich der Arbeitsmarkt stabilisiert, hängt nach Einschätzung der Ökonomen auch davon ab, wie lange die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten andauern und welche wirtschaftlichen Unsicherheiten daraus entstehen.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des ifo Instituts; redaktionell bearbeitet.