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Neue Büros, wenig Mitbestimmung

Die Gestaltung von Arbeitsräumen verändert sich in vielen Betrieben des Dienstleistungssektors. Flächen werden verkleinert, feste Arbeitsplätze aufgegeben, Desksharing eingeführt. Das zeigt das Innovationsbarometer 2025 der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), für das 461 Betriebs-, Personal- und Aufsichtsratsmitglieder befragt wurden.

Vor allem größere Unternehmen treiben den Wandel voran. Mit der Zunahme hybrider Arbeit ändern sich die Anforderungen an Büros und betriebliche Sozialräume. Sie sollen Austausch ermöglichen, Zusammenarbeit fördern und für Beschäftigte attraktiv bleiben. Die anhaltenden Debatten über eine Rückkehr ins Büro nach der Corona-Pandemie unterstreichen diesen Anspruch.

Nach den Ergebnissen der Befragung können neue Raumkonzepte positive Effekte haben. Beschäftigte in Unternehmen mit entsprechenden Konzepten geben deutlich häufiger an, dass die Raumgestaltung die informelle Kommunikation fördert (68 Prozent gegenüber 53 Prozent). Auch Kollegialität (54 gegenüber 32 Prozent) und Zusammenarbeit (49 gegenüber 28 Prozent) werden dort häufiger positiv bewertet als in Betrieben ohne solche Veränderungen.

Gleichzeitig zeigt das Innovationsbarometer deutliche Defizite bei der Beteiligung der Beschäftigten. Nur 32 Prozent der Befragten berichten, dass Beschäftigte mit eigenen Ideen in die Planung einbezogen werden. Bei 29 Prozent fließt ihr Feedback in eine Evaluation ein. Wird die betriebliche Mitbestimmung frühzeitig in die Raumgestaltung eingebunden, steigt die Beteiligung deutlich: Bedarfserhebungen finden dann häufiger statt (67 gegenüber 26 Prozent), ebenso die Einbindung bei der Auswertung (40 gegenüber 11 Prozent).

Die Interessenvertretungen haben das Thema dennoch im Blick. 64 Prozent der Befragten geben an, dass Betriebs- oder Personalräte konkrete Vorschläge zur Raumgestaltung einbringen. In etwa der Hälfte der Betriebe werden Betriebs- oder Dienstvereinbarungen abgeschlossen, um Interessen der Beschäftigten abzusichern. Nach Einschätzung der Gewerkschaft lassen sich die Potenziale neuer Raumkonzepte nur dann ausschöpfen, wenn soziale, organisatorische und technische Aspekte gemeinsam berücksichtigt werden.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung von ver.di; redaktionell bearbeitet.

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