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Neue Schulden, kaum neue Investitionen

Die Bundesregierung nimmt Milliardenkredite auf – doch ein Großteil davon fließt laut ifo Institut nicht in zusätzliche Infrastruktur. Nach Berechnungen der Münchner Wirtschaftsforscher wurden im Jahr 2025 rund 95 Prozent der neuen Schulden aus dem Sondervermögen für Klimaneutralität und Infrastruktur nicht für zusätzliche Investitionen eingesetzt. Stattdessen seien die Mittel überwiegend genutzt worden, um Lücken im Bundeshaushalt zu schließen.

Konkret erhöhte sich die Schuldenaufnahme um 24,3 Milliarden Euro. Die Investitionen des Bundes lagen im gleichen Zeitraum jedoch nur um 1,3 Milliarden Euro über dem Niveau von 2024. Daraus ergibt sich eine Differenz von rund 23 Milliarden Euro, die nicht in zusätzliche Investitionen geflossen sind. Als Ursache sehen die Forscher vor allem Verschiebungen innerhalb des Haushalts. Investitionsausgaben seien aus dem Kernhaushalt in das kreditfinanzierte Sondervermögen verlagert worden, insbesondere im Verkehrsbereich. Dadurch entstehe formal ein Anstieg im Sondervermögen, ohne dass insgesamt mehr investiert werde.

Das ifo Institut weist zudem die Erklärung zurück, Verzögerungen bei Planung oder Umsetzung hätten den Mittelabfluss gebremst. In diesem Fall hätte auch die Schuldenaufnahme entsprechend langsamer erfolgen müssen. Die Ökonomen sehen darin ein strukturelles Problem. Zusätzliche Schulden könnten nur dann gerechtfertigt werden, wenn sie tatsächlich zusätzliche Investitionen finanzieren und damit das Wirtschaftswachstum langfristig stützen. Für die Zukunft müsse die Bundesregierung vor allem die Investitionen im Kernhaushalt erhöhen. Andernfalls lasse sich nicht von zusätzlichen Investitionen sprechen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des ifo Instituts; redaktionell bearbeitet.

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