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Notaufnahme Klinikum: Umbau fertig – Antworten fehlen

Die Geschäftsführung des Ingolstädter Klinikums hatte dem Stadtrat jüngst zugesagt, nach der Schließung der Maulklinik mit strukturellen Maßnahmen auf die Situation in der eigenen Notaufnahme zu reagieren und die Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Vor diesem Hintergrund richtete das Nachrichtenportal O-T(h)öne eine Anfrage an Andreas Tiete, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer, um den Stand der Umsetzung zu klären. Die Antwort kam nicht von Tiete selbst, sondern aus der Unternehmenskommunikation. Mehrere Punkte wurden beantwortet, andere blieben offen.

Die Anfrage betraf die zugesagte räumliche Erweiterung der Notaufnahme, den Umfang der bereits nutzbaren Bereiche sowie den Fortschritt der angekündigten Personalaufstockungen. Zudem wurde nach bereits besetzten Stellen, offenen Positionen, möglichen Schwierigkeiten bei der Rekrutierung und der Einbindung der Mitarbeitenden in den laufenden Prozess gefragt.

Nach Angaben des Klinikums sind die Umbauten abgeschlossen. Der Bereich für Patientinnen und Patienten mit Herzbeschwerden („Chest-Pain-Unit“) wurde am 17. November aus der Notaufnahme in einen anderen Überwachungsbereich des Hauses verlegt. Damit ist der Umbau offiziell beendet. Ob die neuen Räume inzwischen vollständig genutzt werden und wie viel Entlastung sie bringen, sagte das Klinikum nicht.

Auch bei der Personalentwicklung bleibt die Darstellung unvollständig. Für die verlegte Einheit sei zusätzliches Personal eingestellt worden. In der Notfallklinik habe es Vorstellungsgespräche und Hospitationen gegeben; erste Einstellungen würden zeitnah erfolgen. Welche der angekündigten rund zwanzig neuen Vollzeitstellen bereits besetzt wurden und welche weiter vakant sind, wurde nicht mitgeteilt. Angaben zu Schwierigkeiten bei der Besetzung fehlen ebenfalls. Das Klinikum verweist lediglich darauf, dass der erwartete Patientenzuwachs nach der Schließung der Maulklinik geringer ausgefallen sei als angenommen und die Personalplanung daher an den tatsächlichen Bedarf angepasst werde.

Zur Einbindung der Mitarbeitenden heißt es, verantwortliche Beschäftigte seien früh in die Planungen einbezogen worden und weiterhin beteiligt. Wie diese Beteiligung konkret aussieht, bleibt unklar.

Wie sich die Umstrukturierungen im Betrieb der Notaufnahme auswirken, ist derzeit offen. In den vergangenen Monaten war das Ingolstädter Großkrankenhaus mehrfach gegenüber der Integrierten Leitstelle abgemeldet worden, sodass Rettungswagen in Kliniken außerhalb Ingolstadts ausweichen mussten. Ob die baulichen Veränderungen und die laufenden Einstellungen diese Situation stabilisieren, wird sich erst unter realer Belastung zeigen.

Welche Wirkung die Maßnahmen am Ende haben, hängt vor allem davon ab, wie sich die Auslastung nach der Schließung der Maulklinik entwickelt und wie schnell verbliebene vakante Stellen besetzt werden können. Beides ist derzeit unklar.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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