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Die Ingolstädter CSU hat wie berichtet beschlossen, die beabsichtigte Klinikfusion des Ingolstädter Klinikums und der landkreiseigenen Krankenhäuser in der Region nicht weiter zu verfolgen.
Das Nachrichtenportal O-T(h)öne hat dazu den Sprecher der ÖDP-Stadtratsgruppe, Raimund Köstler per Mail angefragt.
Die Antworten dokumentieren wir ungekürzt und unredigiert:
Gesamtbewertung: Wie bewerten Sie die Pressemitteilung der CSU in ihrer Gesamtheit?
ÖDP: Wir kommentieren Pressemeldungen anderer Parteien grundsätzlich nicht. Die Situation im Gesundheitswesen ist vorrangig von der Bundespolitik bestimmt. Auf lokaler Ebene besteht hier wenig Spielraum und es ist noch zu viel abhängig von der konkreten Umsetzung der Krankenhausreform.
PwC-Gutachten: Das von den Kommunen gemeinsam beauftragte Strukturgutachten zur Gesundheitsversorgung soll nach den Aussagen der CSU „nicht weiterverfolgt“ werden. Wie beurteilen Sie diese Absage?
ÖDP: Um die systematische Schieflage des Gesundheitswesens abzumildern, ist eine Optimierung der Prozesse auf regionaler Ebene anzustreben. Das PwC-Papier sehen wir dabei als eine Arbeitsgrundlage für die Zukunft. Ob am Ende eine Fusion oder sehr enge Zusammenarbeit herauskommt, ist dabei nicht entscheidend. Wichtig ist, dass dies allein keine ausreichende Lösung unserer heutigen Probleme im Gesundheitswesen sein wird.
Vier Ziele: Halten Sie die von der CSU formulierten vier Punkte (24/7-Notfallversorgung, Ausbau zum Maximalversorger, gleichzeitige Defizitreduzierung, Erhalt der Maul-Klinik) für realistisch und miteinander vereinbar?
ÖDP: Ziele müssen ambitioniert sein, um eine Weiterentwicklung zu ermöglichen.
Wichtig ist, beim Festlegen einer Strategie zur Zielerreichung die richtigen Prioritäten zu setzen und zu berücksichtigen, welche Ziele in alleiniger Hand der Kommune sind. Aktuell haben wir einen Prüfantrag gestellt, eine universitäre Einrichtung für den Bereich Medizin in Ingolstadt anzustreben. Dies würde die Idee vom Ausbau des Klinikums zum Maximalversorger unterstützen.
Folgen für die Region: Welche Auswirkungen hätte eine Abkehr vom PwC-Gutachten Ihrer Einschätzung nach für die Landkreise, die Kliniken und die geplante regionale Strategie?
ÖDP: Die Verbesserungen, die durch die Kommunen möglich sind, sind umso größer, je umfangreicher die Zusammenarbeit in der Region ist. Wir gehen deshalb davon aus, dass eine Abkehr von der geplanten regionalen Strategie eine Verbesserung verhindert.
Eigene Schwerpunkte: Welche Schwerpunkte setzen Sie selbst für die Gesundheitsversorgung in Ingolstadt und der Region – insbesondere im Hinblick auf die Notfallversorgung, das Klinikum Ingolstadt und die Zukunft der Maul-Klinik?
ÖDP: Gesundheitsfürsorge muss dem Gemeinwohl dienen, finanzielle Aspekte sind dabei wichtig, aber nicht vorrangig. Alle Bürgerinnen und Bürger sollten wohnortnah Zugang zu einer qualitativ hochwertigen medizinischen Grundversorgung haben, inklusive Notaufnahme, Geburtshilfe, Kinder- und Palliativmedizin. Welche konkrete Aufgabe dabei einzelne Häuser in der Region übernehmen könnten, ist im Rahmen der weiteren Ausarbeitung des PwC-Gutachtens zu klären.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.
