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Ökonomen warnen vor Arbeitsmarkt-Schock bei Rückkehr syrischer Geflüchteter

Die Ankündigung der Bundesregierung, einen Großteil syrischer Geflüchteter zur Rückkehr zu bewegen, könnte nach Einschätzung von Wirtschaftsforschern erhebliche Folgen haben. Sie warnen vor einer Verschärfung des Fachkräftemangels.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte erklärt, dass 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in den kommenden drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren sollen. Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) würde ein solcher Schritt den Arbeitsmarkt empfindlich treffen.

Derzeit sind rund 240.000 syrische Geflüchtete in sozialversicherungspflichtigen Jobs beschäftigt. Viele von ihnen arbeiten in Mangel- und systemrelevanten Berufen – etwa im Transport- und Logistikbereich, in Teilen der Produktion oder im Gesundheitswesen. „Ein Ausscheiden dieser Arbeitskräfte würde in vielen Bereichen den Fachkräftemangel erheblich erhöhen“, heißt es in der Einschätzung aus dem Institut. Zugleich steht der Arbeitsmarkt bereits unter strukturellem Druck. Mit dem Eintritt der Babyboomer-Generation in den Ruhestand beginnt das Erwerbspersonenpotenzial zu sinken. Ohne ausreichenden Ersatz dürfte sich der Arbeits- und Fachkräftemangel weiter verschärfen.

Die möglichen Folgen gehen über einzelne Branchen hinaus. Eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung könnte das Wachstumspotenzial der gesamten Volkswirtschaft dämpfen und die wirtschaftliche Erholung bremsen. Ökonomen sehen deshalb sowohl weitere Zuwanderung als auch das Halten bereits integrierter Arbeitskräfte als zentrale Voraussetzung, um die Auswirkungen des demografischen Wandels abzufedern.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin); redaktionell bearbeitet.

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