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Das aktuelle Lagebild zur Organisierten Kriminalität von Generalstaatsanwaltschaft München und Bayerischem Landeskriminalamt zeichnet ein Bild wachsender Komplexität. Die Ermittler registrierten im vergangenen Jahr knapp 1.000 Tatverdächtige aus 54 Staaten – rund 100 mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 78 Verfahren im Bereich der Organisierten Kriminalität geführt. Die Zahlen verdeutlichen, wie breit die Szene aufgestellt ist und wie eng vernetzt viele Gruppen international agieren.
Auffällig ist die zunehmende Professionalität, mit der die Täter ihre Aktivitäten verschleiern. Viele Gruppierungen nutzen digitale Technologien, um Kommunikation zu sichern, Geldströme zu verschleiern oder Infrastruktur aufzubauen, die Ermittlungen erschwert. Die Behörden sehen darin einen der Hauptgründe dafür, dass Verfahren oft länger dauern und Personal binden. Digitale Spurensicherung, Auswertung großer Datenmengen und internationale Kooperationen sind inzwischen Standard, aber zugleich ressourcenintensiv.
Im Lagebild wird auch eine wachsende Gewaltbereitschaft beschrieben. Diese richte sich nicht nur gegen rivalisierende Gruppierungen, sondern zunehmend gegen Polizeikräfte und Justizbedienstete. Die Ermittlungsbehörden werten das als Zeichen dafür, dass Teile der Organisierten Kriminalität versuchen, staatliche Eingriffe aggressiver abzuwehren. Zwar gebe es keine allgemeine Gefährdungslage, doch einzelne Einsätze erforderten eine stärkere taktische Absicherung.
Besonders hervorgehoben wird der Bereich der Finanzermittlungen. Bayern habe seine Strukturen zur Bekämpfung illegaler Geldflüsse weiter ausgebaut, unter anderem durch eine zentrale Stelle für Geldwäschebekämpfung. Ziel ist es, Vermögenswerte krimineller Gruppen früher zu identifizieren und einzufrieren. Nach Angaben der Behörden gilt die Vermögensabschöpfung als eines der wirksamsten Mittel, um kriminelle Netzwerke dauerhaft zu schwächen. Die Bündelung von Fachwissen soll sicherstellen, dass Ermittler schneller auf komplexe Finanzstrukturen reagieren können.
Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich laut Lagebild zudem, dass kriminelle Gruppierungen häufiger arbeitsteilig und mobiler agieren. Grenzüberschreitende Aktivitäten nehmen zu, was internationale Kooperationen aufwertet. Für die Ermittler bedeutet das, sich stärker mit ausländischen Partnern abzustimmen und Beweismittel über verschiedene Rechtssysteme hinweg zu sichern – ein Prozess, der oft Zeit kostet, aber für erfolgreiche Verfahren unverzichtbar ist.
Trotz der Herausforderungen bewerten die Verantwortlichen das vergangene Jahr als Bestätigung dafür, dass ein konsequenter Ermittlungsansatz Wirkung zeigt. Die hohe Zahl der Verfahren und Tatverdächtigen wertet die Staatsanwaltschaft als Hinweis darauf, dass die Strukturen der Organisierten Kriminalität sichtbar bleiben und staatlicher Druck greift. Gleichzeitig betonen die Behörden, dass personelle und technische Ressourcen weiter entscheidend seien, um die Entwicklung krimineller Netzwerke nicht aus dem Blick zu verlieren.
Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft München und des Bayerischen Landeskriminalamts.
