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Peter-Steuart-Haus: Neue Leitung soll wirtschaftlicher steuern

Im Peter-Steuart-Haus stehen innerhalb weniger Wochen zwei Wechsel an der Spitze an. Der langjährige pädagogische Leiter geht Ende Juli in den Ruhestand. Die Gesamtleiterin gibt ihre Funktion nach Mitteilung der Stadt Ende September nach sieben Jahren auf eigenen Wunsch ab. Die Nachfolge soll nicht nach dem bisherigen Muster geregelt werden.

Die derzeitige Gesamtleiterin brachte eine stark pädagogisch-psychologische Doppelqualifikation mit. Künftig sollen Organisation, betriebswirtschaftliche Steuerung, strategische Entwicklung sowie Qualitätsentwicklung und -sicherung stärker im Mittelpunkt stehen. Die fachlichen Standards der Kinder- und Jugendhilfe bleiben dennoch Teil der Aufgabe.

Der Ausschuss für Finanzen und Personal berät darüber in seiner morgigen Sitzung. Entscheiden müssen die Stadtratsmitglieder am 29. Juli. Zur Diskussion stehen drei Modelle: eine tariflich beschäftigte Einrichtungsleitung, eine außertariflich vergütete Geschäftsführung oder ein hauptamtlicher geschäftsführender Vorstand für das Peter-Steuart-Haus und die Waisenhausstiftung. Die Sitzungsvorlagen sind im Ratsinformationssystem der Stadt Ingolstadt abrufbar.

Bei der Geschäftsführung blieben Stiftungsvorstand und Stiftungsrat in städtischer Verantwortung. Deutlich weiter ginge die dritte Variante. Ein hauptamtlicher Vorstand würde Einrichtung und Stiftung führen, kontrolliert von einem eigenständigen Stiftungsrat. Dafür müssten die Satzungen geändert und die Stiftungsaufsicht beteiligt werden. Der Stadtrat würde einen Teil seiner unmittelbaren Kontrolle abgeben. Personalverwaltung und IT müsste die Stiftung künftig selbst organisieren und finanzieren.

Die Verwaltung hält sowohl eine Geschäftsführung als auch einen geschäftsführenden Vorstand für finanziell kaum tragbar. Nach den vorliegenden Zahlen werde sich die Stiftung eine solche Lösung „schlichtweg nicht leisten können“, heißt es in der Vorlage. Damit spricht vieles für eine tariflich beschäftigte Einrichtungsleitung mit neu gesetzten Schwerpunkten.

Der Hintergrund ist die wirtschaftliche Lage des Hauses. Das Peter-Steuart-Haus schloss 2025 mit einem Fehlbetrag von rund 390.000 Euro ab. Seit 2020 lagen die jährlichen Defizite zwischen 54.000 und zuletzt 390.000 Euro. Nach Einschätzung der Verwaltung könnten höhere Entgelte, eine hohe Auslastung, angepasste Angebote und Veränderungen in der Organisation das Ergebnis binnen zwei bis drei Jahren auf null bringen.

Die neue Leitung soll Personal und Budgets steuern, Abläufe verbessern und die Einrichtung wirtschaftlich stabilisieren. Zugleich muss sie dafür sorgen, dass die pädagogischen, rechtlichen und ethischen Standards der Jugendhilfe eingehalten werden.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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