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Die Wohngruppen waren fast voll, die Einnahmen stiegen. Trotzdem fehlen am Ende fast 400.000 Euro. Das Peter-Steuart-Haus hat das Jahr 2025 mit einem Fehlbetrag von 390.049,73 Euro abgeschlossen. Übernehmen soll ihn die Waisenhausstiftung. Zusammen mit deren eigenem Jahresverlust ergibt sich ein konsolidiertes Minus von 398.849,26 Euro.
Der Ausschuss für Finanzen und Personal berät die Jahresabschlüsse in seiner morgigen Sitzung vor. Entscheiden soll der Stadtrat am 29. Juli. Er soll dabei auch zur Kenntnis nehmen, dass durch die Verlustübernahme das Grundstockvermögen der Stiftung belastet wird. Die Sitzungsvorlage ist im Ratsinformationssystem der Stadt Ingolstadt abrufbar.
An der Auslastung lag das Defizit nicht. Die stationären Wohngruppen waren 2025 im Durchschnitt zu 97,06 Prozent belegt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Steigerung um 5,82 Prozent. Durch die bessere Belegung und neu ausgehandelte Entgelte stiegen die Erlöse der stationären Gruppen um 9,93 Prozent auf gut drei Millionen Euro.
Auch die teilstationären Hilfen brachten mit knapp 1,2 Millionen Euro etwas mehr ein als im Vorjahr. Rückläufig waren dagegen die ambulanten Hilfen. Dort sanken die Erlöse um 8,47 Prozent auf rund 877.000 Euro. Als Gründe nennt die Einrichtung weniger Anfragen für ambulante Familienhilfen und verspätet angepasste Vergütungssätze. Die höheren Tariflöhne galten bereits ab April 2025, die neuen Fachleistungsstundensätze aber erst ab Anfang 2026.
Gleichzeitig stiegen die Personalkosten um knapp 295.000 Euro oder 6,25 Prozent. Auch die von der Stadt berechneten zentralen Dienstleistungen wurden teurer. Sie erhöhten sich um gut 44.000 Euro auf knapp 195.000 Euro. Als Ursachen nennt die Vorlage höhere Preise und die Einführung eines elektronischen Zeiterfassungssystems.
Die Waisenhausstiftung nahm unter anderem rund 56.500 Euro aus Mieten und Pachten sowie knapp 42.900 Euro an Zinsen ein. Belastet wurde ihr Ergebnis durch Planungskosten von 40.900,97 Euro für ein nicht mehr umgesetztes Vorhaben an der Maximilianstraße. Diese mussten außerplanmäßig abgeschrieben werden.
Für die Stiftung weist die Vorlage daneben einen Jahresverlust von 8.799,53 Euro aus. Zusammen mit der Übernahme des Fehlbetrags des Peter-Steuart-Hauses ergibt sich daraus der konsolidierte Verlust von 398.849,26 Euro.
Die Einrichtung sieht sich unter wachsendem Kostendruck. Angebote sollen angepasst werden, ohne bei Betreuung und Kinderschutz Abstriche zu machen. Durch neu genehmigte Betriebserlaubnisse sollen die vorhandenen Personalschlüssel künftig angemessen finanziert werden können.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.