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Pflege wird unbezahlbar

Die Eigenanteile für Pflegeheimbewohner steigen weiter. Im ersten Jahr in einer stationären Einrichtung müssen Pflegebedürftige bundesweit inzwischen durchschnittlich rund 3245 Euro pro Monat selbst zahlen. Das sind 261 Euro mehr als zu Beginn des Jahres 2025. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Verband der Ersatzkassen hervor.

Der Sozialverband VdK Deutschland sieht darin eine zunehmende Überforderung für Pflegebedürftige und ihre Familien. Präsidentin Verena Bentele fordert spürbare Entlastungen durch Bund und Länder. Viele Betroffene könnten die steigenden Kosten schon seit Längerem nicht mehr aus eigener Kraft tragen.

Der Verband schlägt vor, die Investitionskosten für stationäre Pflegeeinrichtungen vollständig von den Bundesländern zu übernehmen. Nach Berechnungen des VdK würde dies Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner um rund 514 Euro pro Monat entlasten. Eine weitere Entlastung von etwa 124 Euro ergäbe sich, wenn die Ausbildungskosten für Pflegekräfte nicht mehr auf die Pflegebedürftigen umgelegt würden. Insgesamt ließe sich der monatliche Eigenanteil so um bis zu 638 Euro senken.

Auch in der ambulanten Pflege steigen die Kosten deutlich, vor allem aufgrund höherer Personalausgaben. Nach Einschätzung des VdK fehlen bislang jedoch umfassend erhobene und transparente Daten zur tatsächlichen Kostenentwicklung. Steigende Ausgaben führten häufig dazu, dass Leistungen eingeschränkt würden. Die Folge seien eine höhere Belastung für Angehörige oder eine unzureichende Versorgung.

Darüber hinaus fordert der Verband strengere Regeln für Investoren in der Pflegewirtschaft. Private-Equity-Gesellschaften sollten nach Auffassung des VdK keine Pflegeeinrichtungen mehr erwerben dürfen, zudem brauche es klare Grenzen für Renditen. Pflege müsse sich an der Qualität der Versorgung orientieren, nicht an Gewinninteressen.

Zudem spricht sich der VdK für eine regelmäßige Anpassung der Leistungen der Pflegeversicherung aus. Pflege dürfe nicht getrennt nach ambulanter oder stationärer Versorgung betrachtet werden. Nur ein übergreifender Ansatz könne die Finanzierung langfristig sichern und die Versorgungsqualität stabil halten.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des VdK ; redaktionell bearbeitet.

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