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Region Ingolstadt: Wirtschaftsstimmung bricht ein

Noch zu Jahresbeginn gab es in der regionalen Wirtschaft einen vorsichtigen Anflug von Zuversicht. Inzwischen ist davon wenig geblieben. Die Stimmung der Unternehmen in der Region Ingolstadt hat sich laut Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern deutlich verschlechtert. Der regionale Konjunkturindex fällt um 14 Zähler auf 91 Punkte. Besonders stark geben die Erwartungen sowie die Investitions- und Beschäftigungspläne nach.

Der Druck kommt von mehreren Seiten. Sprunghaft gestiegene Energiepreise, höhere Kosten für Rohstoffe und Waren sowie erste Lieferschwierigkeiten belasten die Betriebe. Die IHK verweist zudem auf die Sperrung der Straße von Hormus, die sich spürbar auf die Geschäfte der regionalen Wirtschaft auswirke. 73 Prozent der befragten Unternehmen berichten von Preissteigerungen bei Rohstoffen und Waren, zu Jahresbeginn waren es noch 51 Prozent. Hohe Energiepreise nennen 68 Prozent als Belastung, fehlende Nachfrage 62 Prozent.

Auch die aktuelle Geschäftslage hat sich eingetrübt. 28 Prozent der Betriebe bewerten sie noch als gut, 24 Prozent als schlecht. Der Blick nach vorn fällt deutlich skeptischer aus: Nur elf Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit einer Belebung ihrer Geschäfte, 32 Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Besonders deutlich zeigt sich die Verunsicherung bei den Planungen. 39 Prozent der Unternehmen wollen weniger investieren, nur 16 Prozent planen höhere Investitionen. Nach Angaben der IHK liegen die Investitionsabsichten damit so niedrig wie zuletzt in der Finanzkrise 2008/2009. Auch am Arbeitsmarkt setzt sich der Rückzug fort: Neun Prozent der Betriebe wollen Stellen aufbauen, 38 Prozent planen einen Abbau.

Die Rangfolge der Risiken hat sich ebenfalls verschoben. Energie- und Rohstoffpreise werden von 73 Prozent der Unternehmen genannt, nach 46 Prozent zu Jahresbeginn. Es folgen Arbeitskosten mit 69 Prozent, fehlende Inlandsnachfrage mit 65 Prozent und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen mit 64 Prozent. Der Arbeitskräftemangel verliert dagegen an Gewicht: Nur noch 28 Prozent nennen ihn als Geschäftsrisiko, im Herbst 2025 waren es 46 Prozent.

Franz Schabmüller, Sprecher des IHK-Forums Region Ingolstadt, sieht die regionale Wirtschaft wieder auf Talfahrt. Er fordert Reformen bei Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratieabbau. Für die Betriebe gehe es vor allem um verlässlichere Rahmenbedingungen.

An der Umfrage beteiligten sich Unternehmen aus Ingolstadt sowie aus den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm. Sie wurde im April durchgeführt. Der Konjunkturbericht erscheint dreimal im Jahr.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der IHK für München und Oberbayern; redaktionell bearbeitet.

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