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Die deutsche Wirtschaft kommt aus der Unsicherheit nicht heraus. Für die Monate Juli bis September beziffert das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung die Wahrscheinlichkeit einer Rezession auf 26,8 Prozent. Im Vormonat hatte der Wert für die jeweils folgenden drei Monate noch bei 24,7 Prozent gelegen.
Der Anstieg fällt gering aus, dennoch bleibt die Konjunkturampel des Instituts auf „gelb-rot“. Diese Stufe steht für eine erhöhte konjunkturelle Unsicherheit. Zugleich ist die statistische Streuung der ausgewerteten Prognosen gesunken. Sie gilt als Maß dafür, wie stark Wirtschaftsakteure über die weitere Entwicklung verunsichert sind.
Für das etwas höhere Rezessionsrisiko sind nach Einschätzung des Instituts vor allem die Finanzmärkte verantwortlich. Gestiegene Geldmarktzinsen, gemessen am Drei-Monats-Euribor, belasten den Indikator. Darin spiegelt sich teilweise die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins erneut anheben könnte. Auch volatile Kapitalmarktdaten wirken sich negativ aus.
Dass die Rezessionswahrscheinlichkeit nicht stärker gestiegen ist, liegt an ersten günstigeren Signalen aus der Industrie. Die Stimmung hat sich im Juni leicht aufgehellt. Zudem stützen Produktionszahlen und Auftragseingänge des Verarbeitenden Gewerbes aus dem Mai den Ausblick.
Im Maschinenbau und bei den Herstellern chemischer Erzeugnisse zeichnet sich nach Einschätzung des IMK eine leichte Erholung ab. Die Produktion elektronischer Erzeugnisse und elektrischer Ausrüstungen entwickelt sich bereits seit 2025 aufwärts. Zusätzliche Aufträge könnten durch den Bau von Rechenzentren im Zuge des Booms um künstliche Intelligenz entstehen, insbesondere in den USA.
Schwach bleibt dagegen der Fahrzeugbau. Dort gehen Produktion und Aufträge tendenziell weiter zurück.
Hoffnung setzt das Institut auf den privaten Konsum, der von einer allmählich sinkenden Inflation profitieren könnte. Neue Belastungen drohen jedoch durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Er könnte die Kauflaune der Verbraucher und das ohnehin angespannte Wohnungsbauklima erneut dämpfen.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung; redaktionell bearbeitet.